Die schmutzigsten Städte der Welt

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich rund sieben Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung. Wir stellen Ihnen die schmutzigsten Städte der Welt vor.

Vom 30. Oktober bis zum 1. November tagt die "WHO Global Conference" zu Luftverschmutzung und Gesundheit. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben jedes Jahr sieben Millionen Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung.
Die Feinstaubbelastung übersteigt in vielen Städten die Grenzwerte um ein Vielfaches - vor allem in Entwicklungsländern. Das internationale Grüne Kreuz sowie das US-amerikanische Blacksmith Institute haben eine Liste mit den schmutzigsten Orten der Welt veröffentlicht.
Viele der dreckigsten Städte der Welt liegen in Asien. Auch die indische Stadt Neu-Delhi (Bild) gehört dazu. Der WHO-Grenzwert fürs Jahresmittel liegt bei 25 Mikrogramm Ultrafeinstaub (PM2,5) pro Kubikmeter Luft. Im November 2017 überschritten die Werte in Neu-Delhi wochenlang die 1.000 Mikrogramm.
Die Feinstaubbelastung in Neu-Delhi hat mehrere Gründe: Der dichte Verkehr in den Städten, die Industrie, die teilweise mit mittelalterlichen Methoden arbeitet, und die zahlreichen Feuer in den Armensiedlungen. Viele Menschen heizen sogar mit Plastik, da dieses günstig und ausreichend vorhanden ist.
Auch viele chinesische Städte leiden massiv unter Luftverschmutzung. Die Hauptstadt Peking überschritt die WHO-Grenzwerte jahrelang. Durch Anstrengungen der Regierung ist die Belastung auf etwa 75 Mikrogramm pro Kubikmeter gesunken. Doch das ist immer noch mehr, als die WHO und die Regierung (50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) vorsehen.
Derzeitiges Schlusslicht in China ist die Stadt Xingtai. Auch hier trägt vor allem die Industrie mit Kohle als Hauptenergieträger die Schuld an der schlechten Luftqualität. Die chinesische Regierung versucht, mit einem geringeren Kohleverbrauch entgegenzuwirken.
In Linfen (China) ist die Luft besonders giftig. Nicht nur die Feinstaubbelastung ist hier ein Problem. Zahlreiche Giftstoffe verpesten die Umwelt: Arsen, Blei, Kohlenmonoxid, Stickoxide und viele mehr. Linfen ist das Zentrum der chinesischen Kohleindustrie. Minen, Stahlfabriken, Teerraffinerien und andere Industrieanlagen verschmutzen Luft und Wasser.
Die russische Stadt Norilsk gehört ebenfalls zu den schmutzigsten Städten der Welt. In der Stadt stinkt es nach Schwefel. Schwefeloxid ist allerdings nicht das grösste Problem der Einwohner. Durch radioaktives Strontium-90 sowie Cäsium-137 wird die Luft zusätzlich verschmutzt.
In der Stadt steht der weltgrösste Komplex zur Schwermetallverhüttung. Seit 2001 haben Fremde keinen Zugang mehr.
In Sumgait (Aserbaidschan) wurden zu Sowjet-Zeiten Chemikalien, unter anderem Reinigungsmittel und Pestizide. Noch immer gibt es dort viel Industrie. Jährlich gelangen 70.000 bis 120.000 Tonnen an Schadstoffen in die Umwelt. Die Folgen sind extrem: Die Krebsrate ist in Sumgait 22 bis 51 Prozent höher als im Landesdurchschnitt, Kinder werden zu früh oder tot geboren oder leiden an schweren Krankheiten.
Tschernobyl zählt aufgrund der Explosion der Kernkraftanlage 1986 zu den schmutzigsten Städten der Welt. Laut Schätzungen sind heute immer noch über 100 Tonnen Uran, Plutonium sowie andere radioaktive Produkte übrig. Auch 22 Jahre nach dem Reaktorunglück ist kein Leben im Umkreis von 30 Kilometern möglich.
In Ulan-Bator, der Hauptstadt der Mongolei, wurde die Natur durch die Entwicklung der Industrie in den vergangenen 50 Jahren komplett zerstört. Dort gibt es grosse Fleischkombinate, mehrere Walzwerke und vier riesige Heizkraftwerke. 2015 lag der durchschnittliche Feinstaubwert bei 124 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Das ist das rund das sechsfache der Unbedenklichkeitsgrenze.
Jedes Jahr zieht die indische Stadt Varanasi Millionen Pilger an. Sie gehört zu den bedeutendsten Stätten des Hinduismus. Doch die Stadt ist verseucht - 217 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter beinhaltet die Luft dort. 2015 gab es in Varanasi nicht einen Tag mit unbedenklichen Werten. Ursache dafür sind unter anderem Verbrennungsmotoren und angezündeter Hausmüll.
Der Stadt Agbogbloshi in Ghana hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der dreckigsten Städte der Welt entwickelt. Auch wenn es inzwischen verboten ist, hindert das Länder wie Japan, die USA oder Grossbritannien nicht daran, ihren Müll in dem Land abzuladen. Auf der Suche nach Kupfer und Mikrochips müssen Kinder die Abfälle verbrennen. Die Toxine, die dabei frei gesetzt werden, sind enorm und durch der stechende Rauch führt zu irreparablen gesundheitlichen Schäden.