Ein Verkaufsberater im Oberwallis wurde kürzlich von der Staatsanwaltschaft der Veruntreuung schuldig gesprochen. Er hatte etwa 22.000 Franken seines Arbeitgebers in mehreren Schweizer Casinos verspielt.

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Ein 22-jähriger Verkaufsberater eines Oberwalliser Geschäfts hat rund 22.000 Franken seines Arbeitgebers in Schweizer Spielcasinos verzockt. Nun wurde er wegen Veruntreuung und Irreführung der Rechtspflege schuldig gesprochen, wie der "Walliser Bote" berichtet.

Glück im Spielcasino?

Im November 2018 händigte der Chef eines Oberwalliser Fachgeschäfts für Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik dem 22-jährigen Angestellten 21.700 Franken Bargeld aus. Er sollte die Einnahmen der zurückliegenden Tage bei der Bank einzahlen.

Stattdessen verspielte er noch am gleichen Abend 4.000 Franken im Spielcasino in Montreux. Am Wochenende danach versuchte er sein Glück erneut, konnte mit einem Gewinn von 1.000 Franken seinen vorherigen Verlust jedoch nur bedingt wettmachen.

Am Montag danach meldete der 22-Jährige einen Diebstahl bei der Polizei. Aus dem Handschuhfach seines unverschlossenen Autos seien 17.000 Franken gestohlen worden, die ihm sein Chef anvertraut habe. Die Polizei konnte die Lüge über den angeblichen Diebstahl später jedoch aufdecken.

Deliktsumme steigt auf 23.000 Franken an

Der Angestellte verschwieg seinem Chef, dass er das Geld nicht auf die Bank gebracht hatte und meldete sich am darauffolgenden Montag krank. Er verzockte am Abend weitere 8.000 Franken im Casino in Montreux und 1.500 Franken im Spielsalon in Crans-Montana.

In Montreux verlor er nochmals Geld – von den 21.000 Franken blieb nur noch wenig übrig. Mit dem restlichen Geld liess er sich ein Tattoo stechen und finanzierte seinen Lebensunterhalt.

Die Deliktsumme stieg auf 23.000 Franken an, als der junge Mann im Geschäft noch weitere kleine Beträge mit manipulierten Kassenzetteln erschlich. Sein Chef ertappte ihn jedoch dabei und zeigte ihn an.

Angestellter gesteht

Der Mann gestand sein Verbrechen in der anschliessenden Untersuchungshaft. Im Juli 2019 wurde er von der Staatsanwaltschaft Oberwallis schuldig gesprochen und muss eine Geldstrafe von 7.200 Franken bezahlen.

Eine Busse von 1.000 Franken und die Verfahrenskosten von ebenfalls 1.000 Franken müssen auch von ihm beglichen werden. Sein Arbeitgeber bleibt vorerst auf dem entstandenen Schaden sitzen: Er muss das entwendete Geld über ein Zivilverfahren einfordern. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN