Die Schweiz hat sich bereit erklärt, 23 minderjährige Asylsuchende aus Griechenland aufzunehmen. Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) begrüsste die Aufnahme zwar, wies jedoch auch darauf hin, das Engagement weiter auszubauen.

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Neben der Hilfe vor Ort hat die Schweiz den griechischen Behörden angeboten, unbegleitete minderjährige Asylsuchende aufzunehmen, die einen familiären Bezug zur Schweiz haben.

Am Samstag sind nun 23 Kinder und Jugendliche aus Athen mit einem Flugzeug in Zürich gelandet, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) mitteilt.

Flüchtlinge müssen 14 Tage lang in Quarantäne

Die Flüchtlinge sind demnach zwischen zehn und 17 Jahre alt, 18 Jungen und fünf Mädchen. Die meisten von ihnen haben laut SEM die afghanische Staatsangehörigkeit, zwei stammen aus der Demokratischen Republik Kongo.

Wegen der Corona-Epidemie müssen die Asylsuchenden in der Schweiz zunächst 14 Tage in Quarantäne bleiben. Danach werden sie zu dem Bundesasylzentrum gebracht, das sich am nächsten zum Wohnort ihrer Familie befindet.

Engagement der Schweiz begrüssenswert, aber "noch nicht genug"

Laut einem Bericht des SRF begrüsste das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) die Aufnahme der Minderjährigen. "Für diese 23 jungen Menschen ist das ein Schritt in eine wirkliche Zukunft", erklärte Anja Klug, UNHCR-Vertreterin in der Schweiz. Auf den griechischen Inseln herrschten extrem schwierige Bedingungen.

Klug äusserte aber auch Kritik: "Wenn man an die 33.000 Flüchtlinge auf den Inseln denkt, darunter tausende Jugendliche, ist das noch nicht genug." In einer Medienmitteilung forderte das UNHCR die Schweiz dazu auf, auch Kinder und Jugendliche ohne Familienangehörige aufzunehmen.

Dies sei beispielsweise durch die Teilnahme an einem Umsiedlungsprogramm möglich. "In ein solches Programm könnten auch andere besonders verletzliche Asylsuchende einbezogen werden", heisst es in der Mitteilung.

Fokus der Schweiz liegt auf der Hilfe vor Ort

Die Schweiz hat ihren Fokus laut SEM vor allem auf die Hilfe vor Ort gelegt. "In diesen Camps muss dringend etwas getan werden. Da hilft die Schweiz sehr aktiv mit", sagte SEM-Sprecher Daniel Bach gegenüber dem SRF.

Damit die Flüchtlinge in Europa gerechter verteilt werden, müsse das Dublin-System reformiert werden. Die Schweiz setze sich laut Bach "schon lange" für eine Reform ein. "Es ist klar, dass die Aussenstaaten Griechenland und Italien zu viele Lasten tragen. Es braucht unbedingt eine Reform, damit die Verantwortung besser verteilt wird", sagte Bach. (tae)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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