Wer während einer Autobahnfahrt Ruhe benötigt, wird an der A13 möglicherweise bald fündig werden: Dort soll die erste Autobahnkirche der Schweiz entstehen. Am Mittwoch wurde der Entwurf vorgestellt.

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Im Nachbarland Deutschland gehören sie längst zum Strassenbild dazu: Fast 50 Autobahnkirchen gibt es dort und auch in der Schweiz soll nun die erste gebaut werden. Das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron hat am Mittwoch sein Konzept vorgestellt und erste Entwürfe veröffentlicht.

So sieht das Konzept der Autobahnkirche aus

Laut dem Architekturbüro knüpft die Idee der Autobahnkirche an das Konzept der mittelalterlichen Wegkapelle an. Es sei jedoch an die modernen Bedürfnisse angepasst. Stehen soll die Kirche an der Autobahn A13 in der Nähe von Andeer im Kanton Graubünden.

Wie im Entwurf zu sehen ist, soll die Autobahnkirche als oberirdisch sichtbare Kapelle realisiert werden. Die vier rechteckigen Wände lehnen sich laut Herzog & de Meuron aneinander und stützen sich gleichzeitig. Der Entwurf mutet modern an.

Unterirdisch geht es weiter

Über eine schneckenförmige Treppe gelange man in einen unterirdischen Raum, der in drei Kapellen aufgeteilt sei. In der ersten könne man lesen, sie werde nur von Tageslicht erhellt.

In der zweiten Kapelle gebe es eine Kerze, eine matt reflektierende Wand und ein einziges Oberlicht. Der dritte Raum biete einen Panoramablick auf die Landschaft, die Ortschaft Andeer und die grünen Wiesen und Wälder. "Die Wahrnehmung der Vegetation wird durch das komplementäre Rot einer raumhohen Scheibe aus getöntem Glas verstärkt", erklärt das Architekturbüro.

Autobahnkirche ist ein privat finanziertes Projekt

Wie "bluewin.ch" berichtet, wurde das Vorprojekt zur Autobahnkirche am Mittwoch in Andeer vorgestellt. Es werde von den beiden Landeskirchen unterstützt. Die Kirche könne nach einem kurzen Spaziergang erreicht werden.

Vorangetrieben werde das Projekt von der Interessengemeinschaft Autobahnkirche Andeer – Val Schons. Sie erhoffe sich davon eine schnellere Verbesserung der Anschlusssituation.

Die Autobahnkirche soll laut dem Nachrichtenportal privat finanziert werden. Spenden sollen in eine Stiftung fliessen, die für die Errichtung und den Betrieb verantwortlich ist. Der Rohbau soll bis Ende 2022 fertiggestellt sein.

In der Schweiz gibt es zwar bisher noch keine Autobahnkirche, aber eine -kapelle: Diese befindet sich in Erstfeld an der A2 im Kanton Uri. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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