• Viele Schulen in der Schweiz lassen zu Ostern Bibeli schlüpfen.
  • Das ist ein Brauch, der bei Tierschützern nicht gut ankommt.
  • Denn es stellt sich die Frage: Wohin mit den männlichen Küken?

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In vielen Schweizer Klassenzimmern ist es Tradition, zu Ostern Bibeli schlüpfen zu lassen. In den letzten Jahren haben immer mehr Schulen den Brauch für sich entdeckt. Esther Geisser, Präsidentin von Network for Animal Protection (Netap), hat kein Verständnis für "diesen Boom".

Denn nachdem es das Bibele erst einmal aus dem Ei geschafft hat, sind die Verantwortlichen oft überfordert. Wie "20min.ch" berichtet, würden sich bei Netap Anfragen von Lehrpersonen und Eltern häufen, wo man die ausgebrüteten männlichen Küken platzieren könne. Bei weiblichen Küken gebe es das Problem nicht. Die finden nach Ostern meist als Legehennen Platz auf einem Bauernhof. Die Güggeli bleiben auf der Strecke, sie taugen weder zum Eierlegen, noch für die Fleischproduktion. Folglich sind sie für die Lebensmittelindustrie wertlos und "werden nach dem Schlüpfen massenweise getötet", sagt Geisser.

Wohin mit den Küken? Das muss vorab geklärt werden

Die Tierschutzorganisation zieht nun die Reissleine und nimmt fortan keine Platzierungsanfragen mehr entgegen, wie "20min.ch" weiter schreibt. Geisser fordert mehr Weitsicht bei Lehrern und Eltern: "Wenn man schon ein solches Projekt startet, soll man auch vorher Plätze für alle Tiere suchen."

Dem schliesst sich Dagmar Rösler an. Die Präsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) lässt der Tod der Güggeli nicht kalt. Sie sagt, dass die Lehrpersonen vor dem Brüten abklären sollen, wohin die Bibeli nach dem Schlüpfen gebracht werden. Sie sieht in dem Osterbrauch nicht nur Spass an der Freude. Es gehe auch darum, "den Schülern ein Naturwunder näher zu bringen und aufzuzeigen, wie viel Pflege, Fürsorge, Sorgfalt und auch Geduld es braucht, damit neues Leben entstehen kann".  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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