Müllberge so weit das Auge reicht – zumindest für diejenigen, die die Schweizer Seen mit Taucherbrille erkunden. Freiwillige befördern bei ihren Einsätzen mittlerweile tonnenweise Abfall an die Wasseroberfläche.

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600 Kilogramm Müll in drei Stunden: Dieses traurige Ergebnis hat der Verein Abfalltaucher Schweiz zu vermelden. Bei einem sogenannten "Cleanup" am Hallwilersee bei Mosen im Kanton Luzern bargen 16 Taucher am vergangenen Samstag allerlei Unrat aus dem Gewässer. Zwölf weitere Freiwillige waren an Land zugegen, um den Abfall entgegenzunehmen.

Seit zehn Jahren im Einsatz

Seit rund zehn Jahren befreien die Abfalltaucher Schweiz nun schon die heimischen Gewässer von Müll. Pro Einsatz, so verrät Vereinspräsident Matthias Ardizzon, befördern die Freiwilligen zwischen 500 Kilogramm und sieben Tonnen Abfall an die Wasseroberfläche.

Dabei handele es sich allerdings nur um einen Tropfen auf den heissen Stein. "Es liegt noch viel mehr da unten", sagt Ardizzon. Am stärksten verschmutzt sei das Zürcher Seebecken. Dort hätten die Taucher neben Smartphones und Portemonnaies auch schon E-Trottinetts und Motorräder geborgen.

In Zahlen ausgedrückt: Bei den Fundstücken des letzten Tauchgangs sei in Summe ein ursprünglicher Warenwert von rund 60.000 Franken auszumachen gewesen.

Wer kommt für die Entsorgung auf?

Da die eigentlichen Verursacher der See-Vermüllung grundsätzlich kaum auszumachen sind, werden für die Entsorgung des Abfalls andere zur Kasse gebeten. Wie es in einem von "blick.ch" veröffentlichten Bericht heisst, müssen zumeist die See-Anrainergemeinden, Hafenbetreiber oder Betreiber von Strandbädern für die Kosten aufkommen. (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN

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