Beim Schweizer Grund- und Trinkwasser ist derzeit Vorsicht geboten: In den Proben einiger Regionen wurden chemische Stoffe und Pestizide entdeckt. Die Wasserwerke müssen nun die Konsequenzen tragen.

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Vor etwa einem Monat ging aus einem Bericht des Bundesamts für Umwelt hervor: Im Schweizer Grundwasser befinden sich viele chemische Stoffe aus der Landwirtschaft. Nun wurde das Trinkwasser auch von den entsprechenden Kantonschemikern überprüft – und das Ergebnis ist erschreckend: Über die Hälfe der 296 Proben seien voller Rückstände von Pestiziden. Darüber hinaus haben zwölf Proben den gesetzlichen Grenzwert überschritten.

Regionen in Ackerbau-Nähe stärker betroffen

Wie unter anderem "20min.ch" berichtet, sollen etwa 170.000 Personen von dem kontaminierten Grundwasser betroffen sein. Um jedoch keine Panik zu verbreiten, möchten die zuständigen Kantonschemiker nicht offenbaren, um welche Regionen es sich genau handelt. Schliesslich würden nicht alle Haushalte das gleiche Trinkwasser erhalten.

Die Wasserwerke hingegen wissen, welche Haushalte betroffen sind und werden diese nun darüber in Kenntnis setzen. Vor allem von Regionen in der Nähe eines intensiven Ackerbaus seien die Wasserproben negativ aufgefallen.

Konsequenzen für Wasserwerke

Die ernüchternden Ergebnisse haben Folgen: Die Wasserwerke müssen nun zwei Wasserquellen neu mischen oder gar vollständig auf eine andere Quelle umsatteln, damit die Menge der Pestizide im Grundwasser umgehend reduziert wird.

Weiter seien in gewissen Regionen zusätzliche Leitungen und der Einsatz von Wasserfiltern nötig.

Besserung bereits eingetreten

Laut der Kantonschemiker habe sich die Situation bereits verbessert, da die Wasserwerke schon vor einigen Wochen informiert worden seien. Darüber hinaus fordert der Verband bereits seit mehreren Jahren, dass auch Abbauprodukte, die als nicht relevant bewertet wurden, bei der Zulassung neuer Wirkstoffe integriert werden.

Schliesslich könne es passieren, dass bestimmte Stoffe umgehend als toxikologisch relevant eingeordnet werden. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN

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