Eine Studie zeigt, dass die jüngeren Generationen in der Schweiz um eine angemessene Rente bangen müssen. Doch was tut die Politik gegen den Rückgang der jährlichen Rentensummen?

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Zahlreiche junge Schweizer müssen schon jetzt mit einer niedrigen Rentenzahlung rechnen. Eine aktuelle Studie der Credit Suisse (CS) hat nun belegt: Je weiter weg eine Person von der Pensionierung ist, desto niedriger fällt die Rente aus. Das berichtet unter anderem "20min.ch".

Folgendes Fallbeispiel verdeutlicht die aktuelle Problematik: Ein Lehrer mit einem Jahreseinkommen von 100.000 Franken wurde 2010 pensioniert. Jährlich erhalte er nun laut CS 57.000 Franken Rente pro Jahr. Im Gegenzug dazu könne ein Lehrer, der in zwei Jahren zu arbeiten beginnt und 2061 in Pension geht, lediglich mit einer Rente von 45.000 Franken jährlich rechnen. Insgesamt handle es sich um einen Rückgang von 51 auf 45 Prozent. Bei den Gutverdienenden sinke die Rente noch stärker.

Erhöhung des Rentenalters die Lösung?

Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) mache schon heute Verlust. Mit der Pensionierung der Babyboomer vergrössere sich das Problem weiter. Darüber hinaus würden heutige Rentner von hohen Renditen und Umwandlungssätzen profitieren, während die Pensionskassengelder der heutigen und künftigen Erwerbstätigen aufgrund der tiefen Zinsen deutlich weniger schnell ansteigen.

Laut der Grossbank würde derzeit nach einer Reihe von Massnahmen gesucht, die das Problem lösen könnten. Dennoch könne die Schweiz eine Erhöhung des Rentenalters nicht verhindern, denn dadurch werde die Phase, in der Geld gespart wird, verlängert. Die Rentenzahlung würde somit weniger lang erfolgen.

"Die Bürgerlichen sind nun in der Verantwortung"

SP-Nationalrätin Silvia Schenke hat zu der Problematik Stellung bezogen. Sie sei der Meinung, dass ältere Arbeitssuchende heute häufig die Erfahrung machen würden, auf dem Arbeitsmarkt nicht gefragt zu sein. "Solange das so bleibt, wird eine Erhöhung des Rentenalters nicht akzeptiert werden. Die Arbeitgeber sind in der Pflicht, das zu ändern", sagt Schenker.

Ein sinnvoller Kompromiss sei seit der Ablehnung der Altersvorsorge 2020 durch die bürgerlichen Parteien verbaut. "Die Materie und die Ausgangslage sind so komplex, dass es Jahre dauern wird, bis wir einen neuen Kompromiss gefunden haben", fügt die Politikerin hinzu.

Nun seien die Bürgerlichen in der Verantwortung, eine Behebung des Problems zu finden. "Sie haben die Vorlage abstürzen lassen. Die Chance wurde verpasst."

Sicht der SVP

Das ist ein Vorwurf gegen die SVP, den Nationalrat Sebastian Frehner so nicht stehen lassen möchte. Das grösste Problem sei demnach, dass der Umwandlungssatz der Älteren zu hoch sei. "Das führt zu einer Umverteilung von den Jungen zu den Alten", so Frehner. "Das ritzt den Generationsvertrag. Wenn Ältere sagen, dass sie diese hohen Renten verdient haben, muss man ehrlicherweise sagen: Das stimmt nur zum Teil. Die ältere Generation erhält mehr Geld, als sie selber erwirtschaftet hat", führt Frehner weiter aus.

Auch er glaube, dass das AHV-Rentenalter erhöht werden müsse. "Die Leute werden immer älter, die AHV ist deshalb defizitär. Entweder man schiesst Geld ins System, die Leute erhalten weniger Renten, oder das Rentenalter wird erhöht", erklärt Frehner. "Unbeschränkt Gelder einzuschiessen, geht nicht, weniger Rente erhalten will aber auch niemand. Dann bleibt nur noch, länger zu arbeiten." (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN