Innerhalb nur eines Jahres haben sich die Risiko-Situationen in der Schweizer Luftfahrt verdoppelt. Besonders die Kollisionsgefahr zwischen Flugzeugen ist so hoch wie nie. Warum, ist unklar.

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2018 hat die Schweizer Luftfahrt einen Rekord verzeichnet, der Sicherheitsexperten Alarm schlagen lässt: Noch nie wurden der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) so viele "schwere Vorfälle" von Beinahe-Unfällen gemeldet, berichtet die "SonntagsZeitung". Es soll sich um 68 Situationen handeln, die 2018 fast zu einem Unfall mit Flugzeugen geführt haben sollen. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es knapp halb so viele, in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 36.

Risikozone ist der gemischte Luftraum

Von diesen 68 schweren Vorfällen sollen 28 Annäherungen zwischen Luftfahrzeugen gewesen sein, bei denen SUST zufolge erhebliche Crash-Gefahr bestand.

Von der SUST heisst es, dass sich ein grosser Teil dieser Vorfälle im gemischten Luftraum ereignet habe - also dort, wo sich Linienmaschinen den Himmel unter anderem mit Kleinflugzeugen oder Ballonen teilten.

Die Ursache ist unklar

Vor allem das Bundesamt für Zivilluftfahrt nimmt diesen drastischen Anstieg der Beinahe-Crashs "besorgt" zur Kenntnis, wie Sprecher Christian Schubert sagt. Noch beunruhigender sei, dass keiner erklären könne, warum sich die Zahlen verdoppelt hätten. "Uns ist noch nicht abschliessend klar, woher diese Zunahme stammt", sagt Schubert.

Letzter Unfall Ende Juni

Der letzte tatsächliche Unfall am Himmel ereignete sich am 27. Juni dieses Jahres: Bei dem Absturz eines Kleinflugzeugs in Château-d’Oex (VD) sind zwei Personen ums Leben gekommen.

Das Flugzeug wollte zusammen mit zwei weiteren Maschinen nach Bex VD fliegen. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern noch an. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN