Ein Serbe muss für ein Jahr ins Gefängnis, weil er seine schwangere Geliebte mit einem Gummihammer angegriffen hatte. Es drohte ihm sogar der Landesverweis – dies aber wegen eines anderen Vergehens.

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Ein 37-jähriger Serbe musste sich am Donnerstag in Luzern vor einem Gericht verantworten. Er hatte seine schwangere Geliebte mit einem Gummihammer verletzt. Dafür muss er nun ein Jahr ins Gefängnis, darf aber in der Schweiz bleiben.

An einem Novembermorgen vor drei Jahren soll der Serbe versucht haben, einen Schwangerschaftsabbruch bei seiner damaligen Geliebten zu erzwingen. Diese wollte das Kind aber behalten, wie "blick.ch" berichtet. Demnach sei der Beschuldigte mit einem Gummihammer zu deren Wohnung gefahren, wo er die Frau mit dem Werkzeug verletzte.

Staatsanwaltschaft forderte höheres Strafmass

Laut Anklage traktierte er damit die in der 22. Woche schwangere Frau unter anderem am Bauch. Wie "blick.ch" weiter schreibt, bestritt der Serbe dies: Den Hammer aus seiner Arbeitsausrüstung als Bodenleger habe er mitgenommen, weil er sich vor den Hunden des Opfers fürchtete.

Die Frau kam ins Spital, wo die Ärzte bei ihr Blutergüsse, einen Rippenbruch und Hautveränderungen feststellten. Vor Gericht forderte die Staatsanwaltschaft vier Jahre Gefängnis und zwölf Jahre Landesverweis wegen strafbaren Schwangerschaftsabbruchs für den Serben.

Die Richter entschieden aber auf Härtefall und verurteilten den Mann wegen versuchten strafbaren Schwangerschaftsabbruchs, einfacher Körperverletzung und Drohung zu drei Jahren Gefängnis, davon ein Jahr unbedingt bei drei Jahren Probezeit.

Das Kind ist wohlauf

In der Urteilsbegründung heisst es: Zwar habe er einen schweren Fehler begangen, dieser liege jedoch in der einfachen Körperverletzung des Opfers, wofür er mit einer bedingten Gefängnisstrafe von einem Jahr zu bestrafen sei, auf einen Landesverweis sei zu verzichten.

Eine durchweg positive Nachricht zum Schluss: Das Baby kam gesund zur Welt. Der Mann hat laut "blick.ch" die Vaterschaft für die Tochter anerkannt, in seinem Schlusswort sagte er: "Ich wäre froh, wenn ich in Zukunft zeigen könnte, dass ich ein guter Vater sein kann." (kms)  © 1&1 Mail & Media / SN