Das SRF will künftig mehr Frauen in seine Sendungen integrieren. Als Vorbild soll dabei eine Initiative der britischen Rundfunkanstalt BBC dienen.

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Dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) steht eine grosse Veränderung bevor. Nachdem diverse Stichproben gezeigt hätten, dass in den eigenen Sendungen ein Männeranteil von 60 bis 94 Prozent vertreten ist, soll nun die Frauenquote erhöht werden.

Als Vorbild soll dabei die "50:50"-Initiative der britischen BBC dienen, durch die bei dem Sender mittlerweile ein 50-prozentiger Anteil von Frauen in den Sendungen herrsche. Das teilte TV-Chefredaktor Tristan Brenn in einem internen Newsletter mit, den er unter anderem via Twitter geteilt hat.

Projekt auf freiwilliger Basis

"Mehr Frauen in den Medien ist nicht eine Frage der Gleichberechtigung, sondern der journalistischen Qualität", so Brenn. In seinem Beitrag beschreibt er das Vorgehen der Kampagne, die durch den britischen "Outside Source"-Moderator Ros Atkins ins Leben gerufen wurde.

Mittlerweile herrsche bei BBC ein regelrechter Wettbewerb, wer die meisten Frauen in sein Programm bringe. Doch wie hat die Rundfunkanstalt das geschafft?

Atkins habe den Mitarbeitern zunächst eine Auflistung gezeigt, in der die Männer- und Frauenauftritte in jeder einzelnen Sendung erfasst wurden. Der Missstand habe die Redaktionen direkt zu einer Veränderung angeregt.

Die Teilnahme an dem Projekt sei freiwillig gewesen, betont Brenn: "Redaktionen, die nicht überzeugt waren, wurden nicht dazu gezwungen, mitzumachen." Aufgrund der positiven Resultate seien bei BBC mittlerweile aber schon fast 500 Teams ein Teil der "50:50"-Initiative.

Keine leichte Umsetzung

Diesen Erfolg wünscht sich Tristan Brenn auch für das SRF. Sprecher Andrea Di Meo hat gegenüber "20min.ch" angemerkt, dass sich das Projekt noch in den Anfängen befände und auch die Umsetzung kein Leichtes sei: "Es entspricht der Realität, dass es oft schwierig ist, weibliche Gäste oder Expertinnen für Sendungen zu gewinnen." Bis die 50:50-Quote erreicht wird, dürfte somit noch etwas Zeit und Geduld gefragt sein. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN