Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft übernimmt die Empfangsgebühren ihrer Mitarbeiter nicht mehr. Als Ausgleich bietet die öffentlich-rechtliche Anstalt eine Prämie. Doch das Zückerli stösst so manchem bitter auf.

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Jahrelang profitierten SRG-Mitarbeiter von Artikel 15 im Gesamtarbeitsvertrag (GAV): Dieser sah vor, dass der Arbeitgeber die Gebühren für Radio- und Fernsehempfang seiner Angestellten übernahm.

2014 war Schluss damit. Dafür sollte es fortan eine einmalige Prämie pro Vollzeitstelle geben. Ein Deal, der auf Kritik stösst.

Prämie ja, Lohnerhöhungen nein

Seit 2019 muss jeder Haushalt, egal ob mit oder ohne Fernseher und Radio, die Serafe zahlen. Daraufhin kippte die SRG ihre Regelung und strich die Übernahme der Empfangsgebühren für Mitarbeiter.

Bei der Gewerkschaft Syndikat Schweizer Medienschaffender (SSM) wollte man das so nicht stehenlassen. Nach heftigen Diskussionen erklärte sich die SRG zur Zahlung einer einmaligen Prämie über 800 Franken pro Vollzeitstelle bereit. Der Wermutstropfen: Die Angestellten sollten dafür auf Lohnerhöhungen verzichten.

Andreas Kleeb vom Verein No Billag hält "diesen Sonderstatus" für ungerecht, wie "20 min.ch" meldet. Er finde es stossend, dass die SRG die Gebührenentschädigung für die Mitarbeiter "durch die Hintertür" weiterführe.

Es sei den übrigen Serafe-Zahlern schwer zu vermitteln, warum die SRG ihren Mitarbeitern die Abgabe bezahlt, wohingegen alle anderen die 365 Franken pro Jahr aufbringen müssten.

Das sagt die SRG

Zu dem Vorwurf der Ungleichbehandlung äussert sich die SRG-Sprecherin Lauranne Peman: "Die SRG hat bereits 2015 mit dem Sozialpartner vereinbart, dass mit dem Inkrafttreten des neuen Radio- und Fernsehgesetzes die Übernahme der Serafe-Gebühr nicht mehr stattfindet."

Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation sei vereinbart worden eine einmalige Zulage von durchschnittlich 800 Franken pro Vollzeitstelle auszuzahlen, sagte Peman zu "20 min.ch". Es handle sich um eine einmalige Kompensationsmassnahme.

Serafe-Kompensation wird neu verhandelt

Die soll bald neu diskutiert werden. Die SSM will die Serafe-Kompensation neben der allgemeinen Forderung nach Lohnerhöhungen für den GAV ab 2021 in den Verhandlungen aufnehmen.

"Der Wert der gestrichenen Gebührenübernahme soll auch 2021 zur Verfügung stehen", sagt Zentralsekretär Jérôme Hayoz. (kms)  © 1&1 Mail & Media / SN

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