Hilfestellung für Biber: In der Stadt Luzern soll beim Kleinwasserkraftwerk am Mühlenplatz eine neue Holzrampe für die Tiere installiert werden, damit sie es sicher passieren können.

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Das Kleinwasserkraftwerk am Mühlenplatz in Luzern hat bereits eine Fischtreppe. Nun soll eine Holzrampe für Biber folgen. Diese soll den Tieren dabei helfen, das Kraftwerk auf ihrer Wanderung sicher zu überwinden.

Wo sollen die Biber hin?

Biber umgehen unpassierbare Hindernisse wie ein Wasserkraftwerk, indem sie auf Strassen ausweichen, schreibt der Energiedienstleister Energie Wasser Luzern (EWL) laut "20 Minuten" in einer Medienmitteilung.

Laut Christian Hüsler, Wildhüter der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern, stellt das ein Risiko dar. Die Rampe helfe den bedrohten Tieren, den Vierwaldstättersee leichter zu erreichen. Aber was, wenn die Biber in Luzern bleiben?

"In der Stadt wird der Biber wahrscheinlich nicht sesshaft", meint Hüsler dazu. Das Luzerner Seebecken weise kaum geeigneten Lebensraum auf. Die Ufer des Vierwaldstättersees sowie die Zuflüsse oder auch Ecken im Inseli seien attraktiver.

Mehrkosten durch die Nager?

Voraussetzung für die Ansiedlung der Tiere ist vorhandener Raum und Material für ihre Bauten. Sie benötigen Bäume, Sträucher und grabbare Uferböschungen.

Ein guter Ruf eilt dem Biber deswegen nicht unbedingt voraus. Er ist etwa als Schädling verschrien, der Bäume zerstört und Strassen mit seinen Bauten behindert.

Solche Schäden können auch die Stadt Luzern ereilen und Mehrkosten verursachen. "Es kann sein, dass Biber einzelne Bäume annagen", so Hüsler weiter. Gittergeflechte können Bäume vor den Nagern schützen.

Der Kanton Luzern komme für "Schäden an landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Kulturen sowie an Nutztieren" auf, erklärt Hülser, wenn dem tragbare Präventionsmassnahmen vorausgehen.

Gefahr für die Kapellbrücke?

Müssen die Luzerner sich nun Sorgen um ihr Wahrzeichen, die hölzerne Kapellbrücke, machen? "Die Kapellbrücke besteht aus altem Bauholz. Dieses ist für die Biber nicht attraktiv. Sie nagen lieber an grünem und frischem Holz", stellt Hüsler klar. (cam)  © 1&1 Mail & Media / SN