• Ein starkes Erdbeben hat die Region Fukushima erschüttert.
  • Das dort 2011 infolge eines Bebens und eines anschliessenden Tsunamis schwer beschädigte Atomkraftwerk bleibt ersten Erkenntnissen nach diesmal unversehrt.
  • Doch Millionen Menschen haben nun keinen Strom mehr.

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Ein starkes Erdbeben hat Fukushima erschüttert. Nach Angaben der Wetterbehörde ereignete sich das Beben um 23:36 Uhr Ortszeit (15:36 MEZ). Japans Meteorologische Behörde gab nach dem Beben der Stärke 7,3 eine Warnung vor einem Tsunami für die Präfekturen Fukushima und Miyagi aus. Die Warnung wurde nun wieder aufgehoben.

Ob es in der Atomruine in Fukushima Schäden gab, war zunächst nicht bekannt. Bilder einer Webcam des Kraftwerkbetreibers Tepco aber liessen keine offensichtlichen Schäden erkennen.

Zwei Millionen Haushalte sind ohne Strom

Der Reuters-Reporter Kantaro Komiya liess in einem Tweet wissen, Tepco habe gemeldet, dass durch das Erdbeben mehr als zwei Millionen Haushalte vorübergehend ohne Strom seien. Tepco präzisierte die Zahl auf 2,09 Millionen. 700.000 davon in Tokio.

Tepco prüfe die Funktionsfähigkeit der Reaktoren Fukushima eins und zwei. Die Regierung in Tokio richtete einen Notfallstab ein.

Das starke und lang anhaltende Beben war auch dort, in rund 300 Kilometern Entfernung, zu spüren. Es ereignete sich fast auf den Tag genau elf Jahre, nachdem die Region im Nordosten des asiatischen Inselreiches am 11. März 2011 von einem verheerenden Erdbeben der Stärke neun und einem dadurch ausgelösten gewaltigen Tsunami verwüstet worden war.

Damals hatte sich eine gigantische Flutwelle an der Pazifikküste bis zu 16,7 Metern hoch aufgebäumt und alles niedergewalzt: Städte, Dörfer und riesige Anbauflächen versanken in den Wasser- und Schlammmassen.

Japan liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, wo tektonische Platten aufeinander stossen. Das Land wird deshalb regelmässig von Beben heimgesucht. Strenge Bauvorschriften sollen sicherstellen, dass die Gebäude auch starken Erschütterungen standhalten. Doch die Erinnerung an 2011 ist immer noch präsent

Im März 2011 bringt eine Flutwelle rund 20.000 Menschen um

Rund 20.000 Menschen riss die Flut damals in den Tod. Bis heute wurden nicht alle Opfer gefunden.

In Fukushima kam es in der Folge im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu einem Super-GAU. Er wurde in aller Welt zum Sinnbild der "3/11" genannten Dreifach-Katastrophe - auch wenn keiner der Todesfälle auf die Strahlung zurückgeführt wird.

In Deutschland ist die von der Politik zuletzt wiederholt ins Spiel gebrachte Laufzeitverlängerung der drei verbliebenen Atomkraftwerke für den Energiekonzern Eon weiter kein Thema. Die Bundesregierung habe nach einer vernünftigen Diskussion beschlossen, dass sie darauf nicht zurückkommen wolle, sagte Eon-Vorstandschef Leonhard Birnbaum am Mittwoch in Essen. "Damit ist die Sache für uns erledigt."

In Deutschland sind nur noch drei Atomkraftwerke am Netz

Die Eon-Tochter Preussenelektra betreibt eines der drei letzten deutschen Atomkraftwerke. Sie sollen zum Jahresende endgültig vom Netz gehen. Der Beschluss des Deutschen Bundestags dazu erfolgte am 30. Juni 2011 unter dem unmittelbaren Eindruck der Katastrophe in Fukushima.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart von der FDP hatte sich am Dienstag dafür ausgesprochen, zu prüfen, ob aus Klimaschutzgründen ein Weiterbetrieb der Kernkraftwerke bis 2029 möglich wäre. Jüngst hatte auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen angesichts der drohenden Energiekrise eine Verlängerung der Laufzeiten für Kohle- und Atomkraftwerke nicht ausgeschlossen. (dpa/AFP/hau/ash)

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