Eine Primarschule in Thun sucht mithilfe einer Stellenanzeige nach einer neuen Klassenlehrperson – und wirbt darin mit einem niedrigen Ausländeranteil.

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In Thun wird eine neue Lehrkraft gesucht. Das entsprechende Stelleninserat einer Primarschule lockt mit einem "innovativen und aufgestellten Kollegium" – und einem "überdurchschnittlich" niedrigen Ausländeranteil.

Inserat vermittelt falsche Signale

Das Angebot der Primarschule Göttibach vermittelt laut Dagmar Rösler, Präsidentin des Lehrerverbands, falsche Signale. Dem Nachrichten-Portal "20minuten.ch" sagt sie: "Es liest sich so, als mache es die Stelle attraktiver, dass wenig Ausländer an der Schule sind."

Personalexperte Matthias Mölleney sieht das ähnlich: "Das geht überhaupt nicht", erklärt der Leiter des Zentrums für Personalmanagement der Zürcher Hochschule für Wirtschaft. "Eine solche Aussage ist ein absolutes No-Go. Von so einer Aussage ist es nicht mehr sehr weit bis zum Rassismus", betont er.

"Nicht wertend gemeint"

Die Schulleiterin der betreffenden Schule, Regine Gfeller, rechtfertigt die Stellenausschreibung mit der Begründung, sie werde oft von Bewerbern nach dem Ausländeranteil gefragt. "Sie wollen wissen, auf was für eine Stelle sie sich da bewerben, wie die Klassenzusammensetzung ist und wie das Quartier aussieht", sagt sie. Diese Faktoren beeinflussten den Schulalltag.

Die entsprechende Passage in dem Inserat sei "nicht wertend gemeint", erklärt die Schulleiterin weiter. Es handele sich lediglich um sachliche Informationen, was Personaler Matthias Mölleney allerdings anders sieht. "Das ist sicher keine Sachinformation. Der Arbeitgeber stellt es als Vorzug dar, dass dort nur wenige Ausländer zur Schule gehen", sagt er.

Passage wurde entfernt

Obwohl Regine Gfeller laut eigener Aussage niemals auf die Idee gekommen wäre, dass die Stellenausschreibung missverstanden werden könne, wurde sie mittlerweile entsprechend abgeändert. "Wir bedauern, wenn wir jemanden durch diese unglückliche Formulierung verletzt haben", schreibt Gfeller.

Mark van Wijk, Präsident der Thuner Schulkommission, bedauert die "unglückliche" Formulierung ebenfalls und betont, die Volksschulen der Stadt Thun seien "offen für alle Kinder". (wag)  © 1&1 Mail & Media / SN

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