Viele Menschen schmücken in der Adventszeit ihr Haus und ihren Garten mit weihnachtlicher Beleuchtung. Damit kann man es offenbar jedoch auch übertreiben: In Zofingen im Kanton Aargau führt ein beleuchteter Balkon zu einem Nachbarschaftsstreit.

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Seit 20 Jahren schmückt ein 58-Jähriger in Zofingen seinen Balkon mit Weihnachtsbeleuchtung. Mehrere Anwohner beschwerten sich in diesem Jahr darüber. "Wenn es über einen Monat durchgehend in deiner ganzen Wohnung blinkt, hört die Geduld auf", schreibt eine Nachbarin laut "20min.ch" bei Facebook.

Mieter will sich nicht an Forderung halten

In einem Gespräch mit "Tele M1" zeigt sich der Mieter uneinsichtig: "In meinem Mietvertrag steht nichts davon, dass Weihnachtsbeleuchtung verboten ist." Die Beschwerden seiner Nachbarn führten nun jedoch zu der Forderung, er müsse seine blinkende Dekoration bis 22:00 Uhr abschalten. Sonst drohe die Kündigung.

Daran wolle sich der 58-Jährige jedoch nicht halten, sondern seine Beleuchtung – wie gewohnt – erst kurz vor Mitternacht ausschalten. "Ich gehe um diese Zeit noch nicht ins Bett. Wenn ich abends auf den Balkon gehe und eine Zigarette rauche, schaue ich gerne auf meine Weihnachtsbeleuchtung."

"Wir haben ihm im letzten Jahr angeboten, dass wir ihm eine Zeitschaltuhr für die Beleuchtung kaufen würden", erzählt eine Nachbarin. "Er sagt, dass er am längsten hier wohne und wir deswegen nichts zu melden hätten."

Wie viel Mitspracherecht haben Vermieter?

Doch wer ist nun im Recht? Andreas Clavadetscher, Präsident des Aargauer Mietverbandes, erklärt: "Ein Vermieter hat das Recht, selbst über die Fassade seines Hauses zu bestimmen." Demnach hätten Verwaltung oder Vermieter Mitspracherecht, ob eine Fahne oder eine Beleuchtung vor der Wohnung aufgehängt werden dürfe.

"Der Vermieter darf auch bestimmen, wie lange eine Beleuchtung eingeschaltet sein darf", führt Clavadetscher weiter aus.

Urteil in ähnlichem Fall

Im Jahr 2013 gab es bereits ein Bundesgerichtsurteil in einem ähnlichen Fall. Die damalige Entscheidung lautete, dass Weihnachtsbeleuchtung vom 1. Advent bis zum 6. Januar jeweils bis 1:00 Uhr nachts betrieben werden dürfe.

Ausserhalb dieser Zeit müsse jedoch das Nachtruhefenster von 22:00 bis 6:00 Uhr eingehalten werden. "Weihnachtsbeleuchtung wird von vielen Menschen nicht als störend empfunden, sondern als festlicher Brauch geschätzt", hiess es in dem Urteil. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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