Unfälle und Schäden: Das Sturmtief Lolita hat in der Schweiz für Chaos gesorgt. Orkanböen und Neuschnee haben vielerorts zu Beeinträchtigungen im Strassen-, Bahn- und Schiffsverkehr geführt.

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Das Sturmtief Lolita hat Stürme und Kälte in die Schweiz gebracht: Das Tief führte zu einer Kaltfront zur Alpennordseite und löste einen stürmischen, teils sogar orkanartigen Westwind aus. Die stärksten Böen im Flachland lagen laut SRF bei 125 Kilometer pro Stunde (Zürich Fluntern), auf den Berggipfeln bei 157 Kilometer pro Stunde (Chasseral, Kanton Bern).

Laut "SRF Meteo" entluden sich am Dienstagmorgen etwa 623 Blitze über der Schweiz – die meisten in der Region Ostschweiz.

Unfälle und Behinderungen auf Schweizer Strassen

Im Strassenverkehr führte das Sturmtief zu grossem Chaos, wie das SRF berichtet. Am Dienstag wurde auf der Autobahn A1 bei Oensingen ein Lastwagen mit Anhänger umgeweht. Allein bei der Solothurner Kantonspolizei gingen in nur einer Stunde am Vormittag 20 Meldungen über umgestürzte Bäume auf den Kantonsstrassen ein, bei der Kantonspolizei Bern waren es am Dienstag 60 Unwettermeldungen.

Auch in anderen Kantonen sorgte Lolita für Verwüstungen und Behinderungen auf den Strassen. Einige Strassen wurden gesperrt, unter anderem zwischen Schwarzenbach und Mosen in Beromünster (Kanton Luzern) und die Einfahrt Thun-Nord auf der A6 Richtung Spiez (Kanton Bern).

Bahn- und Schiffsverkehr beeinträchtigt

Der Schiffsverkehr auf dem Genfersee war am Dienstag eingeschränkt – zwischen Lausanne-Ouchy und Thonon-les-Bains war der Betrieb beeinträchtigt.

In der Nacht auf Mittwoch haben Unwetter ausserdem den Bahnverkehr zwischen Bremgarten West und Wohlen im Kanton Aargau unterbrochen. Fahrgäste müssten mit Verspätungen und Ausfällen rechnen, teilten die SBB mit. Die Einschränkung dauert noch bis voraussichtlich 15 Uhr an.

Im Kanton Appenzell Innerrhoden ist ausserdem der Bahnverkehr zwischen Weissbad und Wasserauen unterbrochen.

Auf dem Flughafen Zürich-Kloten wurde die bisher drittstärkste Böe an diesem Ort mit 110 Kilometer pro Stunde gemessen – nur bei den Orkanen Lothar und Wilma war der Wind noch stärker.

Lawinengefahr im Kanton Wallis

Im Kanton Wallis herrscht derzeit eine grosse Lawinengefahr, wie das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF auf seiner Website bekanntgibt. Gefahrenstellen befinden sich demnach vor allem an den Expositionen West über Nord bis Südost oberhalb von rund 2.000 Metern.

Das Skigebiet in Saas-Fee bleibe heute wegen Sturm und Lawinengefahr geschlossen, teilen die Saastal Bergbahnen mit.

So wird das Wetter heute

In der Ostschweiz gibt es laut Meteocentrale teils Neuschnee bis ins Flachland, sonst sechs bis 56 cm. Laut "SRF Meteo" fällt die Schneefallgrenze am heutigen Mittwoch auf 400 Meter.

Auch weitere Orkanböen seien zu erwarten, vor allem auf den Bergen. Dort sind bis zum Nachmittag weitere Orkanböen mit 120 bis lokal 160 Kilometer pro Stunde möglich. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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