Umgestürzte Bäume und unterbrochene Bahnlinien: Sturm "Sabine" wütet über der Schweiz und hat bereits zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt. Die Windböen werden voraussichtlich bis in die Nacht von Montag auf Dienstag anhalten.

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Orkan "Sabine" hat am Montagvormittag auch die Schweiz erreicht und für zahlreiche Probleme im Flug- und Bahnverkehr gesorgt. Der Bund hat eine Warnung der Gefahrenstufe 4 herausgegeben. Das ist die bisherige Bilanz.

Starke Böen mit Spitzengeschwindigkeiten

Wie "Meteo News" berichtet, wurden vielerorts die höchsten Windgeschwindigkeiten des Winters gemessen. Mit den stärksten Böen ist am Montagvormittag bis 10 Uhr zu rechnen. Die bisher stärkste wurde laut "Meteo News" auf dem Bantiger (BE) mit 159 km/h gemessen.

Auf dem Säntis und auf dem Chasseral fegte der Sturm bereits um 5 Uhr mit 144 km/h über die Gipfel, auf dem Napf waren es 132 km/h. Auch im Flachland erreichte der Sturm Spitzengeschwindigkeiten, in Rünenberg (BL) waren es beispielsweise 148 km/h.

In den Alpentälern herrschten gleichzeitig warme Temperaturen. In Luzern wurden 17,6 Grad gemessen, während das Thermometer in Thun 17,1 Grad anzeigte.

Unfälle und Beeinträchtigungen im Bahn- und Flugverkehr

Die Berner Kantonspolizei haben seit Sonntagabend rund 60 Meldungen erreicht, wie sie bei Twitter vermeldet. Unter anderem ist am frühen Morgen ein Zug bei Moutier (BE) in einen wegen des Sturms umgestürzten Baum gefahren. Meldungen zu Verletzten liegen der Berner Kantonspolizei nicht vor.

Der Bahnverkehr auf der Linie Bévilard und Moutier musste eingestellt werden. Auch die Bahnstrecken zwischen Le Noirment und Tavannes, Saignelégier und Le Noirmont, Pruntrut und Bonfol und Glovelier und La Chaux-de-Fonds sind laut dem "Schweizer Radio und Fernsehen" unterbrochen.

Unterricht entfällt

Auf den Strassen kommt es zu mehreren Sperrungen in der gesamten Schweiz. Unter anderem sind die Kantonsstrasse zwischen Thayngen und Dörflingen und die Hauptstrasse von Neuenburg nach Pontarlier aufgrund von Sturmschäden in beiden Richtungen nicht passierbar.

Aufgrund der unsicheren Verhältnisse auf Strassen und Wegen entschieden sich einige Schulen dafür, den Unterricht ausfallen zu lassen. Dazu gehören Einrichtungen in den Kantonen Zürich, Solothurn, St. Gallen und Baselland.

Auswirkungen auf den Flugverkehr

Am frühen Morgen seien bereits 53 Starts und 49 Landungen abgesagt worden, berichtet Raffaela Stelzer vom Flughafen Zürich auf Anfrage von "20 Minuten". Es seien vor allem Europa-Flüge betroffen, die Swiss hat Reisen nach Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, London, Amsterdam, Dresden, Düsseldorf, Hannover, Paris und Prag gecancelt.

Wie sich die Situation weiterentwickelt, müsse fortlaufend beobachtet werden, so Stelzer. "Bei richtig starkem Wind ist nicht auszuschliessen, dass der Betrieb kurzzeitig ganz ausgesetzt wird." (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN