Der Kanton Freiburg gab vor einigen Jahren eine Studie zu Glücksspiel bei Jugendlichen in Auftrag. Nun wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Demnach spielt jeder zehnte Jugendliche regelmässig um Geld.

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Innerhalb von fünf Jahren wurden knapp 2000 junge Freiburgerinnen und Freiburger im Alter von 15 bis 24 Jahren zu ihrem Glücksspiel-Verhalten befragt. Etwa 40 Prozent der Befragten hätten im letzten Jahr Geld für Glücksspiel ausgegeben, geht aus den Ergebnissen der Studie laut "20min.ch" hervor.

Apps, Video- und Internetspiele gewinnen an Bedeutung

"Die hohe Zahl hat uns schon etwas überrascht", sagt Sarah Mariéthoz-Fontaine, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Sozialamt des Kantons Freiburg. Besonders digitale Glücksspiele würden bei Jugendlichen immer wichtiger, unter anderem Videospiele, Apps und Internetspiele.

Es gebe laut Mariéthoz-Fontaine immer mehr Möglichkeiten, an Geld- und Glücksspielen teilzunehmen. Apps auf dem Handy würden den Jugendlichen ausserdem weniger gefährlich als Spiele im Internet vorkommen.

"Erwachsene müssen stärker sensibilisiert werden"

Eltern und Fachpersonen im Sozial- und Gesundheitswesen seien sich der Problematik zu wenig bewusst. Laut der Studie spielen zehn Prozent der Befragten regelmässig Glücksspiele. 4,5 Prozent werden sogar als problematische oder gefährdete Spieler eingestuft, die sich vergleichsweise stark verschulden.

"Die Erwachsenen müssen stärker sensibilisiert werden, damit sie den Jugendlichen eine Präventionsbotschaft übermitteln können", lautet deswegen der Vorschlag von der Freiburger Direktion für Gesundheit und Soziales.

Prävention ist wichtig

Präventionsmassnahmen müssten schon früh beginnen, sagt Monique Portner-Helfer von der Stiftung Sucht Schweiz. "Wer schon im Jugendalter mit dem Spielen anfängt, hat ein grösseres Risiko, später Probleme zu entwickeln."

Sorgen würden der Stiftung vor allem die laufend neuen Online-Spielformen bereiten, bei denen es keine klare Grenze mehr zwischen Video- und Geldspielen gebe. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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