Die Pille danach soll künftig wie Kondome frei im Laden verkäuflich sein. Das fordern britische Gesundheitsexperten – und nun auch Politiker in der Schweiz. Es gibt aber auch Skeptiker.

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Kondome im Supermarkt besorgen? Kein Problem! Für die Pille danach müssen Frauen aber nach wie vor in die Apotheke. Geburtshelfer und Gynäkologen in Grossbritannien empfehlen daher nun einen vereinfachten Zugang zu Notfallverhütungsmitteln.

Ein Modell, das man sich so auch in der Schweiz vorstellen kann. "Massnahmen, die den Zugang zur 'Pille danach' vereinfachen, sind positiv zu werten," sagt Ronja Jansen, Präsidentin der Juso Schweiz. Schliesslich werde die Notfallverhütung auch heute noch zu stark stigmatisiert, wie "20min.ch" Jansen zitiert.

Christine Sieber von Sexuelle Gesundheit Schweiz betont, dass die Frage der Nebenwirkungen entscheidend sei und ob es für die Vergabe ein ärztliches Rezept, eine Beratung durch Apotheker oder gar nichts dergleichen brauche. Bedenken habe sie bei der Pille danach nicht, denn: "Die in der Schweiz zugelassenen Mittel zur Notfallverhütung sind alle wissenschaftlich untersucht und weisen nur geringe Nebenwirkungen auf."

Es gibt auch kritische Stimmen

Eine Lockerung der Abgabe der Pille danach kommt aber etwa für SP-Nationalrätin Yvonne Feri nicht infrage: "Es dient der Frauengesundheit nicht, wenn die 'Pille danach' frei im Laden verkäuflich ist, da sind die Apotheken zuständig."

Da eine so grosse Menge an Hormonen nur für den Notfall gedacht sei, sollten Apotheken aufklären, dass es besser ist, im Vorfeld zu verhüten und nicht in allen Fällen zur Pille danach zu greifen, erklärt die SP-Nationalrätin. (kms)  © 1&1 Mail & Media/spot on news