Beim Einkaufen soll in Zürich eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Doch gilt die Maskenpflicht auch in Bäckereien und Take-aways? Bei den Betrieben herrscht Unsicherheit.

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Beim Einkaufen gilt in Zürich eine Maskenpflicht. Die Vorgabe der Behörden hält jedoch Schlupflöcher bereit. "Seit 27. August 2020 gilt Maskenpflicht in den Innenräumen von Einkaufsläden, Einkaufszentren und Märkten", heisst es in der Zürcher Verordnung.

Ähnliche Regeln gibt es in den Kantonen Basel-Stadt, Waadt, Genf, Jura, Neuenburg und Freiburg, wie "20min.ch" berichtet.

In der Gastronomie gibt es keine Maskenpflicht

Die vage Formulierung der Verordnung lässt Bäckereien und Take-aways jedoch unsicher zurück. Gilt bei diesen Betrieben auch eine Maskenpflicht? Wenn sie noch ein Café betreiben oder Essen zum Mitnehmen anbieten, sind sie neben einem Einkaufsladen auch ein Gastrobetrieb. In der Gastronomie muss aber keine Maske getragen werden.

In allen Filialen mit Café der Zürcher Bäckereikette Walter Buchmann gilt keine Maskenpflicht, auch nicht für Kunden, die nur kurz dort einkaufen, wie Geschäftsführer Daniel Wehrli sagt. Er wisse jedoch selbst nicht genau, ob damit die Verordnung eingehalten wird. "Wir haben keine klaren Anweisungen von behördlicher Seite", erklärt er.

Der Geschäftsführer wäre froh um eine Präzisierung der Verordnung. "Die Behörden haben unterschätzt, dass es in der Gastronomie mittlerweile viele Mischformen gibt", sagt Wehrli.

Vorsorglich wolle er noch diese Woche für seine Bäckereien eine Maskenpflicht beschliessen, die bis zum Tisch gelte. "Wir wollen keinen Streit, weil Kunden Masken tragen oder eben nicht", betont er.

Zürcher Behörden: Maskenpflicht beim Betreten des Lokals

Auch die Migros ist verwirrt. In Restaurationsbetrieben gelte keine Maskenpflicht – "grundsätzlich" gehörten dazu auch Take-aways, sagt Sprecher Marcel Schlatter. Eine exakte Abgrenzung sei aber nicht einfach. Migros-Angestellte würden deswegen Masken tragen, "wo sich die Formate mischen".

Anders ist es bei McDonald’s: Dort gebe es keine Maskenpflicht, sagt Sprecherin Jae Ah Kim. "Eine Maskenpflicht im McDonald’s gibt es nur in Genf. Überall sonst müssen Gäste weder für Take-away noch beim Essen im Restaurant eine Maske tragen."

Die Zürcher Behörden machen jedoch klar: "Bei Kunden, die sitzend im Café etwas essen oder trinken, müssen die Kontaktdaten erhoben werden. Bei Take-away-Kunden gilt dies nicht, aber Maskenpflicht beim Betreten des Lokals", sagt Regierungssprecher Andreas Melchior.

Infektiologe fordert generelle Maskenpflicht

"Gemäss Epidemiengesetz können Verstösse mit Bussen bis 10.000 Franken geahndet werden", führt Melchior weiter aus. Dennoch räumt er ein: "Es liegt in der Natur der Sache, dass Verordnungen auch Grauzonen beinhalten."

Infektiologe Andreas Cerny sieht die Schlupflöcher, die Bäckereien und Take-aways nutzen, kritisch. "Ich begreife, dass die Geschäfte sie ausnutzen", sagt er.

Epidemiologisch ergebe eine Unterscheidung zwischen Supermärkten, Bäckereien und Take-aways aber keinen Sinn. Es seien geschlossene Räume, in denen die geltenden Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten.

"Besser wäre angesichts der steigenden Fallzahlen eine generelle Maskenpflicht in geschlossenen Räumen", betont er.  © 1&1 Mail & Media/spot on news