In Norditalien sind bisher 150 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Im benachbarten Tessin wächst die Angst vor einer Ausbreitung. Diese Massnahmen ergreift die Schweiz.

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Die Zahl der Covid-19-Infizierten in Norditalien ist auf 150 gestiegen, mindestens vier Menschen sind bereits gestorben. Nun wächst die Sorge, dass das Coronavirus auch auf das Tessin übergreifen könnte.

"Die ganze Angelegenheit ist grösser, als es anfänglich schien", sagte der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani dem Nachrichtenportal "20min.ch".

Massnahmen der Spitäler: Isolation und Quarantäne

Die Notaufnahmen in den Tessiner Spitälern haben erste Massnahmen ergriffen: Personen mit Grippesymptomen werden isoliert und müssen sich in Quarantäne begeben.

Bisher war dieser Schritt nur für Patienten vorgesehen, die sich zuvor in China aufgehalten hatten. Nun gilt die Massnahme für alle Patienten mit entsprechenden Symptomen.

Kommt eine Schliessung der Grenzen infrage?

Geographisch betrachtet ist das Tessin ein Teil Norditaliens, auch wenn es politisch zur Schweiz gehört. Der Kanton ragt wie eine Spitze in die Lombardei hinein. Etwa 68.000 Pendler arbeiten im Tessin und überqueren täglich die italienischen Grenzregionen.

Eine Schliessung der Grenzen ist laut Einschätzung Merlanis bisher aber unnötig. "Wir können noch von keiner Epidemie sprechen", erklärte er. Ein Drittel der Tessiner Arbeitskräfte seien italienische Grenzgänger. "Würde man die Grenzen schliessen, würde es an Personal in den Spitälern mangeln."

Der Kantonsarzt vertraut auf die Massnahmen, die in den italienischen Virenzonen durchgeführt werden. Über das Coronavirus sei noch wenig bekannt. "Man weiss aber, dass es nicht ewig überlebt und sich nur von Mensch zu Mensch überträgt."

Deswegen stufe er auch den Import von italienischen Produkten in die Schweiz als nicht risikoreich ein.

Grenzüberschreitender Schienenverkehr bleibt vorerst in Betrieb

Bisher wurden noch keine weiteren Massnahmen ergriffen. Auch der Schienenverkehr läuft normal weiter. "Wir stehen in engem Kontakt mit dem BAG, welches Empfehlungen abgibt und Massnahmen anordnet", sagte Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB, zu "Bluewin.ch".

Für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr müssten einheitliche Massnahmen getroffen werden. Denn nicht nur das Streckennetz der SBB, sondern auch jene der Rhätischen Bahn, der Deutschen Bahn und von Flixbus erstrecke sich über die Grenzen.

In der Schweiz sind bisher keine Infizierungen mit dem neuartigen Virus bekannt. Die Tessiner Behörden entscheiden am Montag, welche weiteren Massnahmen ergriffen werden. Die Öffentlichkeit wird am Nachmittag informiert. (tae)  © 1&1 Mail & Media/spot on news