SSB-Kunden sollten sich für den Kauf ihres Billetts etwas Zeit nehmen. Denn wer sich auf App oder Automat verlässt, zahlt häufig drauf.

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Wer in der Schweiz von A nach B fährt, sitzt meist in einem Zug der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Ein Test von "blick.ch" hat jetzt gezeigt: Wer der SBB-App oder dem Billettautomaten blind vertraut, bezahlt für seine Reise unter Umständen deutlich zu viel.

Wer sparen will, muss sich mehr Zeit nehmen

Löst ein ÖV-Nutzer seine Karte am Automaten oder in der App, indem er nur das Start- und Endziel eingibt, soll der Automat automatisch irgendeine Route wählen - nicht automatisch die kostengünstigste.

Kunden, die sich dagegen mehr Zeit bei der Eingabe liessen und zwei separate Buchungen für eine längere Fahrt eingeben, können möglicherweise bis zu 30 Prozent der Kosten sparen - trotz gleicher Route und Verkehrsmittel.

Das Problem ist bekannt

Die SBB wollten zu der Kostenfalle keine Stellung nehmen und verwiesen an CH-Direct, den nationalen Tarifverbund des öffentlichen Verkehrs. Laut des Tarifverbunds sei das Problem bekannt.

CH-Direct-Sprecher Thomas Ammann erklärt: "Im nationalen Verkehr, an welchem sämtliche Transportunternehmen beteiligt sind, werden Streckenpreise auf Kilometerbasis berechnet. Je weiter man fährt, umso mehr sinkt der Preis pro Kilometer. In den regionalen Verbünden wird das Gebiet in Zonen unterteilt und man fährt innerhalb einer Zone unabhängig der Distanz zum selben Preis."

Die regionalen Strecken werden von den Kantonen ausserdem stärker subventioniert. Diese unterschiedlichen Tarifsysteme seien je nach Strecke für die schwankenden Preisunterschiede verantwortlich. Entsprechend ist es günstiger, regionale Teilstrecken zu buchen, als ein Billett im nationalen, Direkten Verkehr zu kaufen.

Ein Ende der Kostenfalle ist laut Ammann bereits in Sicht: Am 1. Januar 2020 schliessen sich der nationale Direkte Verkehr und die Verbünde organisatorisch zusammen, um das Tarifsystem langfristig zu vereinfachen. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

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