Da musste sich die Kantonspolizei ins Zeug legen: Die St. Galler Beamten haben am Montag einen Papagei in Wil eingefangen. 40 Minuten dauerte die Jagd nach dem exotischen Tier.

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Beamte, die in Bäume starren und versuchen, ihre Dienstjacken zielgerichtet auf den Boden zu werfen: Diesen ungewöhnlichen Anblick erlebten die Anwohner von Wil im Kanton St. Gallen.

Der Grund: Am Montagnachmittag meldeten Anwohner einen frei fliegenden Papagei im Zentrum. Die Kantonspolizei rückte aus, um den Vogel wieder einzufangen.

Papagei ziert sich

Wie Florian Schneider, der Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen gegenüber "20min.ch" zugab, entpuppte sich das Einfangen des gefiederten Ausbrechers als schwieriger als zunächst gedacht. Insgesamt hielt der Vogel die Beamten rund 40 Minuten auf Trab.

Er sei zunächst auf einer Dachrinne im Zentrum gesichtet worden. Dort habe man ihn aufgescheucht, damit er auf dem Boden landet. Stattdessen flatterte der Papagei gemächlich einen Baum weiter.

Die Patrouille musste den Vogel mehrmals aufscheuchen, bis er letztlich auf dem Boden landete. "Als dies gelang, reagierten die Polizisten sofort und warfen eine Jacke über den Vogel", so Schneider. Bei dunkler Sicht beruhigen sich Vögel automatisch. Der "Ausbrecher", wie die Kantonspolizei auf Facebook schreibt, sei nicht verletzt worden.

Aufenthalt im Büsi- und Papageienhof

Laut Angaben der Kantonspolizei wurde der Papagei nach der "Festnahme" einem Verantwortlichen der Stadt Wil übergeben. Dieser brachte den Vogel in den Büsi- und Papageienhof in Dicken SG. Bis der Besitzer ausfindig gemacht wird, darf der Vogel auf dem Hof bleiben.

Allerdings bleibt der Vogel wegen zu hohem Verletzungsrisiko in "Einzelhaft", wie eine Tierpflegerin des Hofes gegenüber "20min.ch" berichtete. "Der kleine Papagei konnte sich bei uns bereits einleben", sagte Tierpflegerin Simona Savoldelli. Eine Arbeitskollegin Savoldellis taufte das Weibchen auf den Namen Arizona. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN