Ein neues Gehege braucht Platz und Geld, einen anderen Ort in der Nähe der Klewenalp fand man nicht. Deswegen wurden sieben Murmeli im Kanton Nidwalden abgeschossen. Tierschützer zeigen sich entsetzt.

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Auf der Klewenalp im Kanton Nidwalden konnten Besucher lange Zeit sieben Murmeltiere bestaunen. Die Erdhörnchen wurden mit der Zeit zu einer Attraktion für Besucher der Alp - nun sind sie tot. Wie die "Luzerner Zeitung" berichtet, seien die vier im Juli geborenen Jungtiere mit ihren Eltern und einem ihrer Grossväter von einem Wildhüter auf Verlangen der Klewenalp-Bahnen vergangene Woche abgeschossen worden.

Plakat informiert über Lebensende der Munggen

Bereits im Sommer war die Entscheidung gefallen, dem Leben der Munggen ein Ende zu bereiten. Informiert wurde mit einer Infotafel am Gehege. "Die Zeit hier oben war pfiffig schön. Als Fotomodell hatten wir viel Spass. Nun ist unsere Zeit hier oben abgelaufen", war auf dem Plakat zu lesen.

Tatsächlich sei das Gehege im Lauf der Zeit für die sieben Erdhörnchen zu klein geworden und habe laut Tierschützern nicht mehr den Vorschriften entsprochen.

Ein neues Gehege hätte etwa 250.000 Franken gekostet, das Fünffache des Jahresgewinns der Bahn. Doch anstatt eine Spendenaktion ins Leben zu rufen, habe man sich entschieden, dem dortigen Wildhüter die Abschuss-Erlaubnis zu erteilen.

Entsetzen bei Tierschützern

Murmeltiere einfach abzuschiessen, weil sie zur Last werden, kritisiert Marion Theus, die Präsidentin des Vereins Wildtierschutz Schweiz, scharf: "Man kann nicht bei Kindern mit dem Murmeligehege werben und sie einfach entsorgen, wenn es nicht mehr passt", sagte sie der Zeitung.

Ihrer Meinung nach hätte man die Tiere mit relativ einfachen Mitteln wieder auswildern können. "Ansonsten hätte auch eine Wildtierstation geholfen", ist sich Theus sicher.

Auch Jequeline Dehmel, die Präsidentin des Tierschutzvereins Nidwalden, ist entsetzt über den Abschuss der Tiere. "Wir hätten mit unserem grossen Netzwerk die Tiere sicher anderswo unterbringen oder Spendengelder für die nötige Sanierung organisieren können", sagt sie.

Das sagt die Klewenalp-Bahn

Paul Odermatt, Leiter Betrieb und Technik bei der Klewenalp-Bahn, verteidigt die Entscheidung gegenüber der "Luzerner Zeitung". Er habe Anfang September unterschiedliche Anlaufstellen für Wildtiere kontaktiert, überall jedoch nur Absagen bekommen. Eine Auswilderung der Tiere sei ebenso verworfen worden, weil sich die Murmeltiere an regelmässige Fütterungen gewohnt hätten. "Sie wären in freier Wildbahn verhungert", widerspricht er Theus. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

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