Migros, Coop, Aldi Suisse, Lidl Schweiz: Sie alle sind mit dem deutschen Fleischkonzern Tönnies in Verbindung zu bringen, der aktuell für einen Corona-Skandal sorgt. Welche Konsequenzen werden gezogen?

Mehr aktuelle Themen finden Sie hier

Müssen Schweizerinnen und Schweizer beim Fleischkauf künftig Bedenken haben? Wie nun ein Bericht von "20min.ch" offenlegt, könnten Produkte, die in den Regalen von Migros, Coop, Aldi Suisse und Lidl Schweiz landen, vom deutschen Fleischkonzern Tönnies stammen. Dort wurden mittlerweile über 1.5000 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet.

Sachverhalt noch nicht vollends geklärt

Wie aus dem Bericht hervorgeht, würden sowohl die Migros als auch Coop Fleischprodukte der deutschen Marke Rügenwalder Mühle anbieten. Diese sei bei Tönnies Einkäufer – zumindest bis vor Kurzem noch.

Ein Unternehmenssprecher sagte gegenüber "20min.ch", dass "die Belieferung durch Tönnies aufgrund der aktuellen Situation vorerst eingestellt wurde". Vonseiten Coops heisst es derweil: "Wir stehen in Kontakt mit dem Markenhersteller und klären den Sachverhalt ab."

Weder Coop noch Migros könnten zum jetzigen Zeitpunkt feststellen, ob die Produkte im derzeitigen Sortiment Fleisch aus Tönnies-Hallen enthalte. Ein Migros-Sprecher erklärt gegenüber "20min.ch" jedoch: "Lebensmittel, auch jene aus dem Offenverkauf, können bedenkenlos konsumiert werden."

Fleisch wurde vor Corona-Ausbruch verarbeitet

In den Regalen von Aldi Suisse und Lidl Schweiz waren zuletzt ebenfalls noch Produkte zu finden, die mit dem deutschen Fleischkonzern in Verbindung gebracht werden konnten.

Aldi Suisse gibt bezüglich seiner angebotenen Spare Ribs Entwarnung: "Die hierfür verwendeten Fleischstücke wurden bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie produziert und anschliessend bis zur Weiterverarbeitung tiefgekühlt."

Gleiches vermeldet auch Lidl Schweiz über seine Tiefkühl-Köttbullar der Firma Tillmann's. "Bis zur vollständigen Klärung der Sachlage" würde das Discountunternehmen zudem auf den weiteren Verkauf von Tönnies-Produkten verzichten. (cos)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Hubertus Heil

Heil fordert: Fleischfabrik Tönnies soll für Coronavirus-Ausbruch haften

Die Fleischfabrik Tönnies soll für die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs haften. Das fordert Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Mittlerweile wurden rund 1.330 Mitarbeiter der Fabrik positiv auf das Coronavirus getestet. (Teaserbild: imago images / Future Image)