Wie reagiert ein Lokführer, wenn alle Toiletten in einem SBB-Interregio einfach defekt sind? Am Sonntag zumindest legte ein Zug zwischen Zürich Flughafen und Basel spontan eine Pinkel-Pause ein.

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Wer am Sonntag im Interregio 36 von Zürich Flughafen nach Basel reisen wollte, der hätte vorher besser seine Blase bereits vor dem Einsteigen entleert: Wie unter anderem "blick.ch" meldet, waren sämtliche Board-Toiletten defekt.

Doch der Lokführer hatte Erbarmen mit seinen Fahrgästen und legte kurzerhand eine ungeplante Pause ein. Im Bahnhof Brugg AG entschied er sich für eine Pipi-Pause und nahm dafür sogar eine üppige Verspätung in Kauf.

Laut der Passagierin Lovey Wymann gab es dort einen neunminütigen Stopp, der allerdings wohl nicht für alle Reisende ausreichend war. Eine gehbehinderte Touristin habe umdrehen müssen, berichtet Wymann dem Blatt.

In einer Durchsage des Zug-Personals soll es ausserdem geheissen haben, man solle seine Reklamationen direkt an die Führungsetage der Schweizerischen Bundesbahnen richten.

Das könnte der Grund für den Ausfall sein

Die Eisenbahngesellschaft bestätigte unterdessen den Vorfall und nimmt dabei ihr Personal in Schutz. Laut einem Sprecher sei es selbstverständlich, dass bei einem solchen Fall versucht werde, einen längeren Halt zu organisieren. Das käme aber selten vor.

Es müsse sich im Übrigen gar nicht um einen Defekt handeln. Die Zug-Toiletten hätten einen Bioreaktor eingebaut, der wie eine kleine Kläranlage funktioniere und feste von flüssigen Stoffen trenne.

Das geklärte Wasser würde während der Fahrt abgelassen und während dieses Dehydrationsprozesses seien die WCs für eine kurze Zeit nicht benutzbar. Dennoch liege die "WC-Verfügbarkeit im Fernverkehr bei über 97 Prozent", berichtet der SBB-Sprecher Reto Schärli weiter. (dr)  © 1&1 Mail & Media / SN