In Marokko wurden im Dezember 2018 zwei skandinavische Touristinnen ermordet. Unter den Verdächtigen sind zwei Männer mit Schweizer Pass. Ihnen könnte nun die Todesstrafe drohen.

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Die Reise von zwei skandinavischen Touristinnen nach Marokko endete im Dezember 2018 tödlich.

Die beiden Frauen, eine aus Dänemark, die andere aus Norwegen, wurden ermordet im Atlas-Gebirge gefunden. Bereits kurz nach dem Verbrechen konnte die Polizei vor Ort mehrere Verdächtige festnehmen.

Darunter sind auch zwei Männer mit Schweizer Pass. Sie sollen aus Genf stammen. Sie könnten nun zum Tode verurteilt werden, denn die Tat wurde als terroristischer Akt eingestuft.

"Es ist alles möglich"

Seit 1993 ist zwar in Marokko keine Hinrichtung mehr durchgeführt worden, doch es sitzen wohl etliche zum Tode verurteilte Schwerverbrecher im Gefängnis.

Nach dem grausamen Mord an den beiden Touristinnen seien vor Ort Stimmen laut geworden, die eine Reaktivierung der Todesstrafe fordern sollen. "Es ist alles möglich", sagte Salah Abdellaoui, Direktor von Amnesty International Marokko, zum "BLICK".

Könnte die Schweiz eingreifen?

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) nehme den Fall "sehr ernst". Doch der Schweiz scheinen die Hände gebunden zu sein.

"BLICK" zitiert aus einem EDA-Statement: "Schweizerinnen und Schweizer im Ausland sind den Gesetzen und der Rechtsprechung des Gastlandes unterstellt. Bei Strafen, die unserem Rechtsempfinden völlig fremd sind, wie Todesstrafe oder Körperstrafen, kann die Schweiz in Interventionen gegenüber den Behörden des betreffenden Staates ihren Standpunkt vertreten." Der Fall werde weiter beobachtet. (cam)  © 1&1 Mail & Media/spot on news