Ein Verbot ohne Wirkung? Obwohl der Einsatz von Chlorothalonil seit Anfang 2020 untersagt ist, kommen nun erschreckende Zahlen ans Licht. Mancherorts überschreitet die Pflanzenschutzmittel-Belastung den zugelassenen Grenzwert um ein Vielfaches.

Mehr aktuelle Themen finden Sie hier

Bislang unveröffentlichte Daten des Bundesamts für Umwelt sorgen für Aufsehen. Das Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil, dessen Einsatz hierzulande seit Jahresbeginn verboten ist, ist noch immer allgegenwärtig.

So berichtet jetzt etwa die "SonntagsZeitung" von Grenzwert-Überschreitungen, die dem Bundesamt seit 2017 bekannt sein sollen. Damals habe das Wasserforschungsinstitut Eawag bei seinen Messungen Werte festgestellt, die bis zu 27-mal zu hoch waren.

Laut SRF liegt der Grenzwert bei sämtlichen Abbaustoffen bei 0,1 Mikrogramm pro Liter Trinkwasser. In mindestens zwölf Kantonen soll dieser Wert deutlich überschritten worden sein.

Diese Kantone sind am meisten betroffen

Die überschrittenen Chlorothalonil-Grenzwerte lassen sich nicht pauschal auf eine bestimmte Region festmachen. Wie die "SonntagsZeitung" berichtet, seien demnach vor allem die Gemeinden Montmagny und Mathod (VD), Trüllikon und Neerach (ZH) sowie Fischbach (LU) von erhöhten Belastungen betroffen.

Das Prekäre: Obwohl dem Bundesamt für Umwelt die besagten Grenzwert-Überschreitungen seit 2017 bekannt gewesen sein sollen, seien die betroffenen Gemeinden nicht darüber informiert worden. Dabei wird Chlorothalonil für den Menschen als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

Ausbaden müssen die Situation nun offenbar die Wasserversorger. Sie haben dem Bericht zufolge vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen zwei Jahre Zeit bekommen, um den festgesetzten Grenzwert einzuhalten. (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN

Palau verbietet Sonnenschutzmittel zum Schutz der Korallen

Der pazifische Inselstaat Palau hat als erstes Land der Welt bestimmte Sonnencremes verboten, die den Korallenriffen schaden. Auf den Schutz müssen Urlauber aber nicht komplett verzichten.