In Basel sorgt ein ungewöhnlicher Wahlplakate-Vandalismus für Wirbel. Anonyme "Klima-Sticker" geben an, wie umweltfreundlich die Parteien seien.

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Der Klimaschutz hält auf ungewöhnliche Weise Einzug in den Wahlkampf in der Schweiz. In Basel haben Unbekannte zahlreiche Wahlplakate mit Stickern überklebt. Auf den "Klima-Klebern" wird angezeigt, zu wie viel Prozent eine Partei "umweltverträglich" sei.

Woher stammen die Daten?

Die Daten sind jedoch nicht aus der Luft gegriffen. Die Umweltallianz, bestehend aus WWF, Greenpeace, Pro Natura und VCS, hat Anfang Oktober ein Umweltrating veröffentlicht. Dem zu Grunde liegt eine Analyse des Abstimmungsverhaltens aller Parlamentarierinnen und Parlamentarier bei Klimathemen aus den letzten vier Jahren.

Marie Seidel, Medienverantwortliche des WWF, erklärte laut "SRF", dass das Rating aber keine Wahlempfehlung sei. Es soll vielmehr als Wahlinformation dienen. Zudem räumte Seidel ein, dass die Sticker die Klimaverträglichkeit der jeweiligen Partei als Ganzes aufzeigen, aber kaum etwas über die Einstellung der Kandidatinnen und Kandidaten aussagen. Es herrschen grosse Unterschiede innerhalb der Parteien. Die Umweltallianz hat sich von der "Sticker-Aktion" distanziert.

Unmut in den Parteien

Die Parteien sind von den "Klima-Klebern" wenig begeistert. SVP und die Grünen stimmen darin überein, dass die Aktion illegal sei. Joël Thüring, Parteisekretär der SVP, erklärte, dass man Strafanzeige erstatten würde, wenn die Verantwortlichen bekannt wären. Harald Friedl, Präsident der Grünen, sagte allerdings, dass die Sticker durchaus einen Informationsgehalt für die Wähler mit sich brächten. (cam)  © 1&1 Mail & Media / SN