Kommen grosse Veränderungen auf Bauern in der Schweiz zu? Tierschutzorganisationen haben die nötigen Unterschriften für eine Volksinitiative gegen Massentierhaltung zusammen.

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Tierschutz-, Tierrechts- und Umweltorganisationen benötigten für eine Volksinitiative gegen die Massentierhaltung 100'000 Unterschriften.

Aktuell haben sie bereits 124'000 zusammen, wie heimische Medien übereinstimmend berichten.

Das wird gefordert

"Keine Massentierhaltung in der Schweiz (Massentierhaltungsinitiative)" heisst die Volksinitiative, die am 12. Juni 2018 lanciert wurde. Mit ihr soll eine Verfassungsänderung zur landwirtschaftlichen Tierhaltung bewirkt werden – zum Schutz der Würde des Tieres.

Es sollen etwa Kriterien für eine bessere Haltung festgelegt werden und auch "Vorschriften über die Einfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen zu Ernährungszwecken" erlassen werden.

Von heute auf morgen müssten sich die Bauern allerdings nicht umstellen. Für die Umsetzung sind Übergangsfristen von maximal 25 Jahren vorgesehen.

Sensibilität ist grösser als vor ein paar Jahren

Die gesammelten Unterschriften werden "nun von den Gemeinden beglaubigt", sagte Kampagnenleiterin Meret Schneider zu "Blick.ch". Sie ist Co-Geschäftsleiterin des Tierrechtsverein Sentience Politics, von dem die Initiative mit anderen Organisationen ins Leben gerufen wurde. Doch die Arbeit fange jetzt erst an. Auf die Initianten wartet kein leichter Abstimmungskampf.

In der Bevölkerung sei die Sensibilität für das Thema heutzutage viel höher als noch vor einigen Jahren. "Besonders überrascht war ich, wie viele Menschen mir gesagt haben, dass sie sowieso finden, wir würden zu viel Fleisch essen und dass dieses zu billig ist", sagte Schneider weiter.

Die Landwirte haben im Hinblick auf die Initiative bereits vor Preisaufschlägen gewarnt. "Sehr viele Landwirte befinden sich in einer unglaublich schwierigen Lage: Sie arbeiten extrem viel und bekommen ständig aufs Dach", ist sich Schneider der Lage bewusst. Dennoch seien "die heutigen Standards für Tiere und Umwelt verheerend". (cam)  © 1&1 Mail & Media / SN