Buben werden in der Schule benachteiligt: So lautet der Vorwurf eines Zürcher Vaters und Rechtsanwalts. Er legt nun Rekurs dagegen ein, dass sein Sohn an einem Gymnasium repetieren müsste.

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Ein Zürcher Rechtsanwalt und Vater legt Rekurs dagegen ein, dass sein Sohn am Zürcher Wirtschaftsgymnasium Hottingen repetieren müsste. Buben würden generell im Schulsystem benachteiligt und Mädchen gefördert, lautet der Vorwurf von Martin Hablützel, wie er der "NZZ am Sonntag" mitteilte.

"Die Knaben werden an den Gymnasien diskriminiert", sagt Hablützel. Fremdsprachen würden beispielsweise viel zu hoch bewertet. Mädchen würden in diesen Fächern erwiesenermassen besser abschneiden als Buben.

Eigenschaften von Mädchen werden gefördert

Gymnasien seien ausserdem auf Fleiss, Anpassung und Genauigkeit ausgerichtet. Diese Eigenschaften würden Mädchen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren viel stärker aufbringen als Buben. Die dadurch hervorgerufene Diskriminierung der Knaben verstosse gegen die Verfassung und die Europäische Menschenrechtskonvention, führt der Jurist weiter aus.

Hablützel würde gegen die Benachteiligung seines 17-jährigen Sohnes wenn nötig bis vors Bundesgericht ziehen.

"Buben sind die Bildungsverlierer des vergangenen Jahrzehnts"

Der Vater ist mit seiner Meinung nicht alleine: Auch Jugendpsychologe Allan Guggenbühl warnte kürzlich gegenüber "CH Media" davor, dass Schulreformen und die Einführung des Lehrplans 21 auf die Bedürfnisse der Mädchen ausgerichtet worden seien.

"Buben sind die Bildungsverlierer des vergangenen Jahrzehnts", sagte Guggenbühl. Sprachen würden auch laut dem Jugendpsychologen an Bedeutung gewinnen. Ausserdem würden soziale und emotionale Kompetenzen sowie selbstgesteuertes Lernen gestärkt. Buben würden hingegen von einer klaren Struktur und Frontalunterricht profitieren.

Gymnasium wird wieder bubenfreundlicher

Niklaus Schatzmann, Leiter des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes des Kantons Zürich, erklärt in der "NZZ am Sonntag", man sei den Buben mit der Verlängerung der Probezeit auf ein halbes Jahr bereits entgegengekommen.

Das Gymnasium werde zudem wieder bubenfreundlicher, verspricht er. Dies könne dadurch erreicht werden, den Anteil mathematisch-wissenschaftlicher Fächer im Untergymnasium zu erhöhen und das Fach Informatik schweizweit einzuführen. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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