Seit der Fasnacht im März kämpft ein Pensionär mit den Folgen einer Armverletzung. Wegen eines Missverständnisses fixierten ihn Luzerner Polizisten am Boden. Das hat jetzt Folgen für alle Betroffenen.

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Ein Besuch in seiner Heimat Luzern veränderte im März dieses Jahres die Gesundheit eines Rentners: Der 68-jährige Mann besuchte die Fasnacht und wollte den Rathaussteg überqueren, als ihn uniformierte Polizisten aufhielten.

Weil er die Strassensperre für einen Scherz hielt und annahm, bei den zwei Beamten handle es sich um verkleidete Fastnächtler, verweigerte er eine Ausweiskontrolle.

Mehrere Polizisten sollen den Mann zu Fall gebracht und so schwer am Arm verletzt haben, dass er operiert werden musste. Das berichtet "20min.ch". Er habe immer noch mit Spätfolgen zu kämpfen.

Von vier Polizisten niedergerungen

Aus dem Nichts seien neben den beiden Polizisten nach der Ausweiskontrolle zwei weitere Beamte aufgetaucht. Der Rentner wurde überwältigt. "Völlig ausgerastet" seien diese, wie der Luzerner erklärt.

Sie sollen den 68-Jährigen gepackt, ihm die Arme auf den Rücken gerissen, ihn zu Boden geworfen und auf seinem Rücken gekniet sein. Als er schon am Boden lag, sei ein weiterer Polizist hinzugekommen sein und habe an den Armen des Mannes gezogen, um ihn zu fesseln.

Später auf der Wache stellte die Amtsärztin dem Bericht zufolge diverse Schürfwunden und eine starke Schwellung des Ellenbogens fest, der ausgerenkt war. Die Schmerzen spürt der 68-Jährige nach eigener Angabe heute noch - trotz Operation.

Dass der Mann die Echtheit der Polizisten anzweifelte, kommt nicht von ungefähr: Vor einigen Jahren soll der Rentner bereits an derselben Stelle von falschen Polizisten angehalten worden sein. Damals musste er einen Brückenzoll bezahlen, erst dann durfte er den Weg passieren.

Klage wegen Hinderung einer Amtshandlung

Der Rentner hat jetzt einen Strafbefehl über 2.500 Franken am Hals, weil er seinen Ausweis nicht vorgezeigt hat. Gegen den entsprechenden Strafbefehl hat der 68-Jährige Einsprache erhoben und seinerseits ein Strafverfahren wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Amtsmissbrauch in die Wege geleitet. Zu dem laufenden Verfahren nimmt die Polizei auf Nachfrage von "20min.ch" keine Stellung. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

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