In mehreren Baselbieter Gemeinden waren am Freitag und Samstag die Wasserregale in Supermärkten fast komplett leergekauft. Grund dafür ist eine Verunreinigung des Leitungswassers.

Weitere aktuelle News finden Sie hier

In den Baselbieter Gemeinden Liestal, Arisdorf, Lausen, Seltisberg Lupsingen und der solothurnischen Gemeinde Nuglar St. Pantaleon ist das Leistungswasser aus unbekannten Gründen mit Fäkalbakterien verunreinigt.

Die Behörden hatten am Freitag (5. Juli) dazu aufgerufen, das Wasser vor dem Gebrauch abzukochen – oder Trinkwasser zu kaufen. Das hatte einen Run auf die Supermärkte in den betroffenen Gemeinden zur Folge.

"In den grösseren Läden gab es nur noch solches mit Kohlensäure oder anderen Zusätzen, das restliche Wasser war restlos ausverkauft", sagte etwa eine Leser-Reporterin "20 Minuten". Am Freitag und Samstag wurden die Supermärkte geradezu überrannt, am Sonntag schien sich die Lage etwas zu entspannen.

Klare Anweisungen

Das Leitungswasser müsse vor dem Gebrauch mindestens drei Minuten lang abgekocht werden, damit alle Bakterien abgetötet sind, raten die Behörden. Geschirrspüler und Waschmaschinen könnten weiter benutzt werden. Wer das Geschirr mit der Hand spült, soll es auf jeden Fall abtrocknen.

Es stelle kein Problem dar, im belasteten Wasser zu baden, zu duschen oder sich damit die Zähne zu putzen. Allerdings könne der Geschmack anders sein, da das Wasser zur Säuberung mit Chlor versetzt wird. Dies sei jedoch für Menschen unbedenklich.

Kritik an der Kommunikation

Es gibt eine Hotline des Krisenstabs, ausserdem wird der aktuelle Stand via SwissAlert, Twitter, Facebook, kommunale und Kantons-Homepage und Medien kommuniziert.

Einige Leser-Reporter bemängeln jedoch, dass gerade ältere Menschen durch das Internet und die Medien nur schlecht erreicht werden. "Unsere Nachbarin, die über 80 ist, hätte ohne uns nicht mitbekommen, dass sie das Wasser nicht bedenkenlos trinken kann", kritisiert ein "20 Minuten"-Leser.

Kontrollen für das Wasser

In den betroffenen Gemeinden haben einige Läden Zettel ausgehängt, die auf die Verunreinigung hinweisen. Auch an öffentlichen Brunnen sind Hinweise angebracht. Die Behörden haben Spülstellen eingerichtet, die die Wasserqualität prüfen.

"Wir haben 30 solcher Spülstellen installiert. Davon nehmen wir jeden Tag Proben, um den Verlauf der Belastung beobachten zu können", erklärt Roland Walter vom Baselbieter Krisenstab. Die Behörden gehen davon aus, dass das Wasser bis Donnerstag, 11. Juli, belastet sein wird. (cam)  © 1&1 Mail & Media / SN