Das Bezirksgericht Zofingen im Kanton Aargau hat erstmals drei Verantwortliche einer Telefonverkaufsfirma zu Freiheitsstrafen verurteilt. Der Tatbestand: Ihre Mitarbeiter sollen unlauteren Wettbewerb betrieben haben.

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Die Mitarbeiter der Firma Geminis Marketing GmbH seien aufdringlich und aggressiv gewesen, berichtet am Mittwoch das SRF. Nun wurden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen.

Kontaktaufnahme verstösst gegen Gesetz

Wie es in dem Bericht heisst, hätten die Telefonverkäufer aus dem Ausland unrechtmässig Telefonnummern mit Sterneintrag angerufen, um Einträge in einer Werbesperrliste zu verkaufen.

Das Paradoxe: Personen mit einem solchen Sterneintrag dürfen von Telefonverkaufsfirmen erst gar nicht kontaktiert werden. Es liegt ein Vergehen wegen unlauteren Wettbewerbs vor. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hatte 2015 Klage eingereicht.

Freiheitsstrafen und Bussen stehen im Raum

Nun müssen die Hauptverantwortlichen der Firma ihren Kopf hinhalten. Laut SRF hat das Bezirksgericht Zofingen im Kanton Aargau gegen drei Personen Freiheitsstrafen von bis zu 30 Monaten verhängt. Bussen von bis zu 3.500 Franken kommen noch hinzu.

Während zwei der Angeklagten bedingte Haftstrafen von 15 und 18 Monaten drohen, sieht sich der Hauptangeklagte 30 Monaten gegenüber. Sechs davon muss er im Gefängnis verbringen.

Ausserdem, so wird berichtet, sei das unrechtmässig erwirtschaftete Vermögen der Firma – etwa 200.000 Franken – bereits eingezogen worden.

Verteidigung will in Revision gehen

Noch sei das Urteil nicht rechtskräftig. Die Verteidigung wolle einen Freispruch in allen Anklagepunkten erwirken und den Fall vor das Aargauer Obergericht bringen. (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN