Kalter Start ins Wochenende: Nach einigen milden Tagen sind die Temperaturen vor allem in der nördlichen Hälfte Deutschlands wieder deutlich unter den Gefrierpunkt gefallen. Auf dem Brocken hat es gefühlte minus 42 Grad. Dazu fällt in einigen Gebieten Schnee. In Leipzig hat das zu einem Bahn-Chaos geführt, in Ostdeutschland zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Ganz im Norden ist es hingegen sehr stürmisch.

Der Winter ist noch einmal zurück - mit eisigen Temperaturen. In Altenberg im Erzgebirge wurden um 05.00 Uhr morgens minus 8,8 Grad gemessen, auf dem Brocken im Harz sogar minus 13 Grad. Das ist auf einer Karte des Wetterdienstes Kachelmannwetter zu sehen.

Gefühlte minus 42 Grad auf dem Brocken

Auf dem 1141 Meter hohen Brocken liege die gefühlte Temperatur wegen des "Windchill-Effekts" bei minus 42 Grad Celsius, sagte ein Mitarbeiter der dortigen Wetterwarte am Samstag.

Der "Windchill-Effekt" ist der Unterschied zwischen der gemessenen Lufttemperatur und der gefühlten Temperatur in Abhängigkeit vom Wind.

Im Harz habe es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in den vergangenen Stunden zwischen 20 und 30 Zentimeter Neuschnee gegeben. Auf dem Brocken sei die Decke wieder auf 1,30 Meter angewachsen. Der DWD warnt vor starken Schneeverwehungen im Harz.

Warnungen vor markantem Wetter gibt es vom DWD generell nördlich einer Linie von Düsseldorf bis Dresden. In einigen Gebieten werden auch Unwetter mit starkem Wind erwartet.

Bahnchaos in Leipzig

Zudem fiel in der Nordhälfte Deutschlands in der Nacht zum Teil viel Schnee. Das hat dazu geführt, dass der Zugverkehr am Leipziger Hauptbahnhof am Samstag komplett lahmgelegt ist.

Die Sperrung des Bahnhofs betreffe sowohl den Fern-, als auch der Nahverkehr, teilte die Deutsche Bahn am Morgen mit. Der Fernverkehr werde umgeleitet, die S-Bahnen führen so nah wie möglich an Leipzig heran.

Aufgrund der Kälte seien vor dem Bahnhof die Weichen ohne Weichenheizung eingefroren. Seit 3:00 Uhr am Samstagmorgen seien Räumkommandos im Einsatz, die Schneeverwehungen entfernten. Ausserdem würden die Weichen repariert.

"Solange es nicht aufhört zu schneien, ist die Arbeit ein Fass ohne Boden", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

Bis zum Nachmittag hat sich die Lage langsam normalisiert, die Weichen konnten von Schnee und Eis befreit, so dass der Zugverkehr wieder angerollt ist.

Priorität haben zunächst Fernzüge und solche, die vor dem Bahnhof standen und die nun möglichst schnell weiterkommen sollten.

Viele Unfälle auf glatter Strasse

Gerade in Ostdeutschland wurden derweil seit Freitagabend über viele Unfälle gemeldet.

Auf der Autobahn 38 in Sachsen-Anhalt etwa erlitten vier Menschen bei zwei Unfällen schwere Verletzungen.

Die Thüringer Polizei zählte fast 150 Unfälle binnen 24 Stunden - die meisten aber nur mit Blechschäden.

Auch in Norddeutschland brachte der Wintereinbruch laut Polizei viele Autofahrer ins Rutschen.

Sturm hindert Kreuzfahrtschiff am Einlaufen in Hamburg

Dort ist es zudem noch sehr stürmisch. Der starke Ostwind sorgte in Schleswig-Holstein bereits für abgehobene Dächer, einen Zugunfall und Überschwemmungen.

Auf Nord- und Ostsee sollten etliche Fähren wegen des Sturms in den Häfen bleiben. In Hamburg hat heftiger Wind ein Schiff am Einlaufen in den Hafen gehindert.

Das etwa 300 Meter lange Kreuzfahrtschiff "Aidaperla" mit rund 3000 Passagieren an Bord konnte statt um 8:00 Uhr erst gegen 14:30 Uhr am Kreuzfahrtterminal in Hamburg-Steinwerder anlegen, sagte eine Sprecherin von Aida Cruises der Deutschen Presse-Agentur.

Das Schiff steuert Hamburg im Rahmen einer Kreuzfahrt von Mallorca an. Wann es die Hansestadt wieder verlassen kann, hängt nach Angaben der Aida-Sprecherin von den Vorgaben der Behörden ab. (cai/dpa)

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