• In der Schweiz gab es in den vergangenen Tagen Unmengen an Neuschnee.
  • Wintersportler wie Freerider und Schneetourengänger sollten jedoch vorsichtig sein.
  • Ein Experte warnt vor den "gefährlichsten Tagen des Winters" aufgrund der erhöhten Lawinengefahr.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Seit Mittwoch (13. Januar) ist in der Schweiz viel Neuschnee gefallen. Selbst im Flachland waren es über 30 Zentimeter, wie "MeteoNews" in einer Mitteilung schreibt. In den Alpen fielen sogar bis zu zwei Meter. Einige Schneemengen waren "rekordverdächtig".

Wer sich nun im Schnee austoben will, sollte vorsichtig sein. "Uns stehen an diesem Wochenende vermutlich zwei der gefährlichsten Tage des gesamten Winters bevor", erklärt Thomas Stucki, Leiter des Lawinenwarndienstes beim Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos, im Gespräch mit "blick.ch".

Das Problem sei dabei nicht nur der viele Neuschnee, sondern vor allem die darunter liegende alte Schneeschicht. "Die Konsistenz ist wie bei Sand oder Zucker. Die Schneekörner sind nicht miteinander verbunden", sagt er. Die fragile Schicht liege tief, weswegen es zu gefährlich grossen Lawinen kommen könne.

Lawinengefahr in der Ostschweiz: Bergretter sind vorbereitet

"Die Verlockung, neben die Pisten zu gehen, wird für viele Gäste sicherlich gross sein. Aber wir raten dringend davon ab, es ist schlicht zu gefährlich", warnt auch Mathias Imoberdorf, Mediensprecher der Bergbahnen in Zermatt.

Freerider und Schneeschuhgänger sollten Vernunft und Eigenverantwortung zeigen. Kontrollieren oder verbieten könne man die gefährlichen Touren aber nicht. "Wir können die Leute im Skigebiet und auf unserer Website lediglich sensibilisieren, keine unnötigen Risiken einzugehen", erklärt Imoberdorf.

In der Ostschweiz halten sich etwa 200 Bergretter zur Verfügung, um im Notfall auszurücken. "Der eine oder andere wird sicher noch seinen Rucksack packen, bevor er ins Bett geht. Und wenn das Telefon klingelt, ist an diesem Wochenende sicher auch niemand überrascht", sagt der Präsident der Alpinen Bergrettung der Ostschweiz, Armin Grob.

Lawinen vor allem in der Zentral- und Ostschweiz möglich

Spezielle Massnahmen seien trotz der grossen Schneemengen nicht nötig. Als Rettungsorganisation seien die Bergretter "jederzeit einsetzbar". "Im Raum Schwägalp können wir zum Beispiel binnen einer Stunde 60 Leute an den Berg bringen, falls dies nötig sein sollte", führt Grob aus. Auch er hoffe allerdings, dass sich Wintersportler wegen der Lawinengefahr aus den Bergen fernhalten und keine Risiken eingehen.

Die Lawinengefahr beträgt vielerorts Gefahrenstufe 3 oder 4, wie das aktuelle Lawinenbulletin des SLF zeigt. Besonders in der Zentral- und Ostschweiz ist es gefährlich: Bei Gefahrenstufe 4 kann es auch zu spontanen Lawinen kommen, die laut SLF "sehr gross" werden können. "Einzelne Wintersportler können sehr leicht Lawinen auslösen, auch grosse", heisst es im Bulletin. Alarmzeichen seien Wummgeräusche und Risse beim Betreten der Schneedecke.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Lawine ausgelöst: Schneemassen stürzen spektakulär auf Highway

Mit Sprengstoff haben die Behörden auf einem Berg bei Salt Lake City in Utah eine Lawine ausgelöst. Die gewaltigen Schneemassen stürzten spektakulär auf einen Highway.