In den vergangenen Wochen wurden immer mehr Wölfe in Tälern gesichtet. Deswegen gab der Kanton St. Gallen nun eine offizielle Warnung heraus.

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Die Staatskanzlei St. Gallen warnt die Bevölkerung vor der zunehmenden Gefahr durch Wölfe. Auf der Suche nach Futter verlassen die Tiere die verschneiten Berge, ziehen den Hirschen nach und gelangen so immer wieder in Dorfnähe. Bereits seit Wintereinbruch Mitte Dezember wurden in Oberriet und Muolen mehrere Schafe gerissen, auch im Thurgau fielen mehrere Tiere dem Wolf zum Opfer.

Er ist kein Unbekannter

Der Wolf, der sowohl die Tiere in Oberriet als auch in Muolen getötet haben soll, ist laut Staatskanzlei St. Gallen ein Wolf mit der Kennzeichnung M93. "Erstmals identifiziert wurde er im Oberengadin, nachdem er dort mehrere Schafe gerissen hatte."

Auch wenn die Proben in Muolen nicht interpretierbar waren, geht man aufgrund des ähnlichen Verhaltens davon aus, dass es ebenfalls M93 war, so die Mitteilung. Wo sich das Tier aktuell aufhält, ist unklar.

Viele Landwirte fürchten um ihre Kinder

Dieses Jahr sollen abgesehen von M93 insgesamt mehr Wölfe als in den vergangenen Jahren unterwegs sein. Vor allem Landwirte an Gebirgsrändern haben Angst um ihre Kinder. "Die meisten kommen von der Schule nach Hause, wenn es schon dunkel ist. Da macht man sich einfach Sorgen", sagt ein Landwirt aus der Region Werdenberg. "Zehn bis 15 Wölfe habe ich schon gesehen, der nächste war nur 50 Meter von unserem Hof entfernt."

Kanton spricht Warnung aus

Deswegen hat die Staatskanzlei St. Gallen laut "20min.ch" jetzt eine Warnung herausgegeben, dass eine Konfrontation mit Wölfen aktuell nicht ausgeschlossen werden könne. "Man muss jederzeit und überall im Kanton mit Wölfen rechnen." Weil die Hauptbeute des Wolfes, der Hirsch, von den Bergen herunterkommt, ziehe er jenem nach.

Da sich die Hirsche derzeit in grossen Rudeln in Dorfnähe aufhalten, rechnet Dominik Thiel, der Leiter des Amts für Natur, Jagd und Fischerei, damit, dass sich diesen Winter auch besonders viele Wölfe dort aufhalten werden. "Dies liegt vor allem an den Schneemassen in den höheren Lagen", sagt er.

So verhalten Sie sich richtig

Auf das richtige Verhalten kommt es an: "Man sollte die Wölfe auf keinen Fall füttern, weder absichtlich noch durch draussen herumliegende Küchenabfälle", sagt David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz, zu dem Fernsehsender.

Wer die Tiere füttert, riskiert, dass sie wiederkommen und aggressiv werden, wenn sie keine Nahrung erhalten. Zusätzlich sollte man versuchen, bei einem Treffen möglichst ruhig und gelassen zu beleiben.

Sollte sich ein Wolf direkt einem Menschen nähern, wird geraten, laut zu rufen, in die Hände zu klatschen und – im äussersten Fall – mit Gegenständen zu werfen, um die Tiere zu verscheuchen. In allen anderen Situationen raten die Experten, den Wolf im Auge zu behalten und sich langsam zu entfernen. (jkl)



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