Die SBB muss wegen Unpünktlichkeit, Verschmutzung und zu wenigen Sitzplätzen viel Kritik einstecken. Den Angestellten geht das gegen den Strich. Sie wehren sich jetzt mit einem musikalischen Video dagegen.

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Claudia Furrer, Zugchefin bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), steht in der ersten Klasse eines Zuges und hält einen pinken Zauberstab in der Hand. Sie ist die gute Fee der SBB. Zumindest im Musikvideo zu dem Song "Stop Bashing SBB".

Furrer wirft den Medien in dem Song vor, die SBB immer in einem schlechten Licht dastehen zu lassen und ihre aufrichtige Arbeit zu denunzieren. So singt sie zum Beispiel: "Und auch wenn wir uns noch so viel Mühe geben, es ist euch egal."

"Stop Bashing SBB" von Zugchefin Claudia Furrer

Mit diesem Video ruft das Zugpersonal um Hilfe. © YouTube

Ihre klare Botschaft: Die Medien sollten mit den zielgerichteten Beleidigungen der SBB aufhören. Ihnen wird unterstellt, die Arbeit der SBB schlechtzureden, um sich "stärker zu fühlen und sich zu profilieren". Somit springe "das Volk auf den Zug auf".

Furrer selbst feilte laut eigener Aussage sehr lange an den Lyrics, die Melodie hat eine deutsche Band komponiert. "Es war mir ein Bedürfnis, ein Zeichen zu setzen, dass wir den Zusammenhalt untereinander hochhalten", so die Zugchefin zu "20min.ch".

Sie wolle dazu ermutigen, sich auf das Gute und "das grosse Engagement aller SBB-Mitarbeitenden zu konzentrieren". Auf die Rolle der guten Fee sei sie spontan gekommen: "Die Figur der Zauberfee spricht für sich."

Immer wieder kommt es zu Negativschlagzeilen

In den vergangenen Monaten machte die SBB unter anderem wegen des Pannenzuges SV Dosto oder des Gehalts von SBB-Chef Andreas Meyer Schlagzeilen, die im Video ebenso Erwähnung finden.

Der Unfall von Zugbegleiter Bruno R., der von einer defekten Tür eingeklemmt wurde, löste zudem eine Debatte um die Sicherheit bei den SBB aus. Auch die Probleme mit dem neuen Bombardier-Doppelstockzug sowie der Lokführermangel sorgten für Negativschlagzeilen.

Laut der Gewerkschaft des Verkehrspersonals zeigt die Videobotschaft vor allem eines: Das Zugpersonal leide unter dem Druck der gegenwärtigen Situation, da sie als direkte Bezugspersonen die Wut der Kunden abbekämen, so Vizepräsidentin Barbara Spalinger.

Das sagt die SBB zu dem Video

Bei den SBB kommt der Clip gut an: "Das Video spricht für sich – und wohl vielen Bähnlerinnen und Bähnlern aus dem Herzen", sagte ein Sprecher gegenüber "20min.ch". Es sei auch Ausdruck davon, mit wie viel Herzblut sich die Mitarbeiter täglich für die Kundschaft einsetzen würden und wie gross der Berufsstolz weiterhin sei. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN