Jahr für Jahr verunglücken in der Badesaison zahlreiche Schwimmer und Böötler in Schweizer Gewässern. Zumeist werden die dort vorherrschenden Gefahren nicht erkannt oder unterschätzt. Eine neue Kampagne der SLRG soll darauf nun aufmerksam machen.

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Die Badezeit im Sommer fordert jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Todesopfer. In Schweizer Gewässern wie der Aare oder dem Rhein sind 2019 "rund 20 tödliche Ertrinkungsunfälle" verzeichnet worden.

Das bestätigt Reto Abächerli, Geschäftsführer der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG, dem Nachrichtenportal "blick.ch". Eine neue Kampagne soll nun für mehr Sicherheit sorgen.

Rettungsweste gleich Lebensversicherung

Besonders die Böötler würden immer wieder ihr Leben leichtfertig aufs Spiel setzen. Bei zahlreichen Bootsausflügen würden zumeist jüngere Generationen keinerlei Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Bei Touren dieser Art trage gerade einmal jede zwölfte Person eine Schwimmweste. Folglich komme es jährlich zu etwa fünf Todesopfern bei Schlauchboot-Ausflügen.

Mediensprecher der Beratungsstelle für Unfallvergütung (BfU) Mark Kipfer sagt: "Wenn jede Person eine Sicherheitsweste tragen würde, dann könnte man vier von fünf Leben retten."

Eines der grössten Probleme sei jedoch, dass sich viele Badegäste und Böötler der Gefahren in den reissenden Gewässern nicht bewusst seien.

SLRG-Sprecher Philipp Binaghi erklärt: "Das Schlauchboot kann Luft verlieren, kentern, man kann ins kalte Wasser rausfallen, gegen einen Brückenpfeiler prallen oder in eine starke Strömung geraten." Eine Rettungsweste sei in diesen Fällen eine Lebensversicherung.

Neue Kampagne: "Aare you Safe?"

Um der steigenden Anzahl von Badetoten entgegenzuwirken, hat sich die SLRG mit der Stadt Bern, der Kantonspolizei Bern und der BfU zusammengetan und die Kampagne "Aare you Safe?" ins Leben gerufen.

In der Region zwischen Eglisau und Rüdlingen sind derzeit auf dem Rhein sowohl zwei Rettungssanitäter des Spitals Bülach als auch zwei Feuerwehrleute der Feuerwehr Eglisau-Hüntwangen-Wasterkingen mit dem Boot unterwegs. Sie machen Böötler, Stand-up-Paddler und Weidling-Kapitäne auf die lebensrettende Schwimmweste aufmerksam. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN