Mit dem E-Trotti-Boom häufen sich die Unfälle. In Zürich kam es im laufenden Jahr bereits zu 30 Vorfällen - das sind fünfmal mehr als noch 2018. Mehrere Dutzend E-Trottinette mussten ausserdem aus Zürcher Gewässern geborgen werden.

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Leih-Velos und -Trottis sind aus dem Zürcher Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Die einen schätzen das unkomplizierte System. Die anderen ärgern sich darüber, wenn die sogenannten "Free Floating"-Fahrzeuge mitten auf dem Trottoir, einem öffentlichen Platz oder in einem wichtigen Durchgang abgestellt werden.

Die Stadt hat jetzt, wie "bluewin.ch" berichtet, eine E-Scooter-Zwischenbilanz gezogen – und ist in zwei Punkten unzufrieden: Zu viele E-Trottis würden in den umliegenden Gewässer landen. Die Unfallquote lege zu.

Stadt holt 51 E-Roller aus dem Wasser

Insgesamt musste die Stadt in diesem Jahr aus dem Zürichsee, der Limmat und der Sihl 51 E-Trottis bergen. Zusätzlich würden sich die Nutzer generell nur ungenügend an die Verkehrsregeln halten.

Erstmals nennt die Stadt in ihrer Mitteilung ausserdem Zahlen bezüglich E-Trotti-Bussen und -Unfällen. "Seit der statistischen Erfassung per 1. August 2019 verhängte die Stadtpolizei gegenüber 67 Personen Ordnungsbussen wegen Befahrens des Trottoirs mit E-Trottinetten", wie unter anderem "Der Landbote" berichtet.

Aber: Aufgrund der kurzen Erhebungsdauer würde diese Zahl noch wenig aussagen.

Elektro-Flitzer sind meist Unfallverursacher

Ein deutlicher Vergleich könne dagegen bei den Unfällen angestellt werden. Die Zahl hat sich laut Mitteilung verfünffacht. Im laufenden Jahr wurden insgesamt 30 Unfälle mit E-Trottinetten und 28 verletzten Personen registriert.

"In 27 Fällen war die Person auf dem Fahrzeug mutmasslich der Hauptverursacher", schreibt die Stadt. Im Jahr 2018 waren es dagegen nur sechs Fälle.

Die Stadtpolizei Zürich zählt erst seit diesem Sommer, wie viele Lenker sie auf dem Trottoir erwischt und dafür zur Kasse bittet. Die Geldstrafe liegt bei 40 Franken. Genauso hoch ist die Strafe, wenn jemand eine zweite Person im Alter unter sieben Jahren auf dem E-Trotti mitführt. Ist der "Mitreiter" über sieben Jahre alt, beläuft sich die Busse auf 20 Franken.

Auf der Website der Stadt Zürich zeigt die Polizei anhand zweier Kurzvideos, worauf bei der Benutzung der E-Trottis zu achten ist. Im Frühjahr seien weitere präventive Massnahmen geplant, um künftige Unfälle zu verhindern. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

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