Bei einem sogenannten "Kiss-in" haben in Lenzburg AG Aktivisten am Samstag ein Zeichen gegen Schwulenhass gesetzt. Der Hintergrund der Aktion war der Fall eines schwulen Pärchens, dessen Kinder von einer ortansässigen Spielgruppe abgelehnt wurden.

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Die Jungsozialisten (Juso) Aargau haben als Zeichen der Solidarität am Samstag am Bahnhof in Lenzburg ein "Kiss-in" veranstaltet. 15 Aktivisten setzten ein Zeichen gegen Schwulenhass und küssten sich in der Öffentlichkeit.

Die Protestaktion kam zustande, nachdem bekannt wurde, dass die dreijährigen Zwillinge eines schwulen Paars aufgrund der sexuellen Orientierung ihrer Eltern bei der Anmeldung zu einer Spielgruppe abgelehnt wurden.

Mit Liebe gegen Hass

"Wir wollen den Hass mit dem Ausdruck der Liebe bekämpfen. Die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Sexualität muss verboten werden", sagte Mia Jenni aus Obersiggenthal AG, Organisatorin der Protestaktion, im Interview mit dem "SonntagsBlick".

Das Verhalten der Spielgruppenleiterin zeige, dass Homophobie noch immer existiere. "Es kann nicht sein, dass Kinder nicht lernen dürfen und Vätern das Leben schwer gemacht wird, weil sie ­einander lieben", pflichtete ihr die Aktivistin Antonia Iten bei.

Abstimmung über Anti-Rassismus-Strafnorm im Februar

Mia Jenni hofft im Kampf gegen sexuelle Diskriminierung auf den 9. Februar 2020. An diesem Tag stimmen die Schweizer über eine Ausweitung der Anti-Rassismus-Strafnorm ab. Vorfälle wie in Lenzburg seien mit dem neuen Gesetz dann endlich strafbar, so Jenni.

Gegner der Ausweitung der Anti-Rassismus-Strafnorm ist die SVP Schweiz. In ihrer Delegiertenversammlung in Niederglatt ZH hat sie sich laut "Sonntagsblick" am Samstag einstimmig für ein Nein ausgesprochen.

Spielgruppenleiterin hat sich geäussert

Auf Nachfrage des "SonntagsBlick" zeigte sich die Spielgruppenleiterin trotz des Gegenwinds unnachgiebig. Als Besitzerin einer privaten Spielgruppe habe sie das Recht, selbst zu entscheiden, welche Kinder sie betreuen wolle, sagte sie.

Durch Ihre Ausbildung kenne sie einzig das Familienmodell mit Frau und Mann als ­Eltern. Sie sehe sich als Opfer ­einer Hexenjagd. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN

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