Die Stadt Zürich hat immer wieder mit Gewalttaten zu kämpfen. Der Chef der Zürcher Stadtpolizei erwägt deshalb eine drastische Massnahme: Es soll fortan waffen- und alkoholfreie Zonen geben.

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Erst am vergangenen Samstag wurden auf der Partymeile am Zürcher Utoquai zwei Personen mit einer Stichwaffe schwer verletzt. Der mutmassliche 21-jährige Täter wurde kurze Zeit später festgenommen. Daniel Blumer, Chef der Zürcher Stadtpolizei, hat sich nun in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" zu einer möglichen Eindämmung der Jugendgewalt geäussert.

Deutsche Stadt Singen als Vorbild

Blumer will im Stadtgebiet Zonen einrichten, in denen das Tragen von Waffen oder das Trinken von Alkohol strikt verboten ist. "Ich würde darüber gern diskutieren", sagte Blumer. Ein positives Beispiel sei dabei die grenznahe deutsche Stadt Singen, die erst kürzlich ihre Fussgängerzone zum alkoholfreien Raum gemacht hat.

Regelbrecher können dabei verwiesen und ihre Getränke beschlagnahmt werden. Wenig Unterstützung erhält Blumer von Seiten der Politik. Nationalräte von SP wie SVP finden laut "NZZ am Sonntag", dass eine solche Beschränkung der Freiheit aller zu weit geht.

Seepromenade wird als Partymeile genutzt

Die jüngste Auseinandersetzung am Utoquai geschah in der Nacht auf Samstag. Wie die Zürcher Staatsanwaltschaft für schwere Gewaltkriminalität und die Stadtpolizei Zürich mitteilten, geschah der Angriff auf eine 18-jährige Frau und einen 21-jährigen Mann kurz vor 1 Uhr. Beide Opfer mussten mit der Sanität ins Spital gebracht werden.

Die Seepromenade hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer Ausgangsmeile entwickelt, auf der es regelmässig zu tätlichen Angriffen kommt. Seit Anfang 2019 zeigt die Polizei verstärkt Präsenz, was die Lage etwas beruhigt hat. Überwachungskameras, die vorübergehend in Betrieb genommen wurden, wurden laut "NZZ" Ende Juli wieder deaktiviert. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN