Die Stadtzürcher stimmen erneut über das Hardturm-Stadion ab. Die Klima-Bewegung IG Freiräume Zürich West hat gegen den privaten Gestaltungsplan "Areal Hardturm - Stadion" das Referendum ergriffen und genügend Unterschriften gesammelt.

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Was sich bereits abzeichnete, ist Gewissheit: Zürich wird im kommenden Mai zum vierten Mal seit 2003 über das neue Hardturm-Areal abstimmen.

Am Freitag reicht die IG Freiräume ihr Referendum ein. In sechs Wochen haben die Stadiongegner gut 5.000 Unterschriften gegen das geplante Areal zusammengebracht. Dabei hätten sie nur 2.000 gebraucht - und das in zwei Monaten.

Die Stadtzürcher Stimmberechtigten mussten sich immer wieder zur Stadion-Frage äussern. 2003 hatten sie das privat finanzierte Projekt Pentagon an der Urne bewilligt, es kam aber nie zustande. 2013 lehnten sie ein städtisch finanziertes Projekt ab.

Klare Zustimmung im November 2018

Das letzte Mal wurde vor gut einem Jahr abgestimmt. Im November 2018 sagten 53,8 Prozent Ja zur Finanzierung des Stadionprojekts für die beiden Stadtvereine GC und FCZ. Diese Zustimmung war ein klares Indiz dafür, dass es spätestens 2022 in Zürich wieder einen echten Fussball-Tempel geben und nicht wie bisher im Leichtathletik-Stadion Letzigrund gespielt werden soll.

Das Stadion soll Platz für 18.000 Fussballfans bieten, zum Projekt gehören ebenso zwei Wohntürme mit 570 Wohnungen und 174 Genossenschaftswohnungen der ABZ.

"In Zeiten der Klimaveränderung kann man so nicht mehr bauen"

Stadiongegner sollen vor allem die Umweltaspekte dieses Megaprojektes kritisieren. "In Zeiten der Klimaveränderung und CO2-Null-Ziele kann man so nicht mehr bauen", sagt IG-Sprecherin Lisa Kromer gegenüber dem "Tagesanzeiger".

Dominik Waser, ein Komiteemitglied, ergänzte, dass die Wohnungen zu gross und zu teuer wären: "Zürich braucht sozialverträgliche, ökologische Wohnungen und mehr Grünräume."

FCZ-Präsident Canepa sieht der vierten Stadion-Abstimmung dagegen gelassen entgegen: "Ich bin zuversichtlich, dass die Bevölkerung ein feines Sensorium für Gerechtigkeit hat. Deshalb sehe ich einer möglichen vierten Stadionabstimmung innerhalb von 15 Jahren gelassen entgegen. Zumal das Projekt auch Themen wie Klima, Sicherheit und Quartierverträglichkeit sorgfältig berücksichtigt hat."

Somit wird die Bevölkerung, wahrscheinlich im Mai 2020, über die Ausgestaltung des 55.000 Quadratmeter grossen Areals abstimmen können. Ob die Bewegung an der Urne Erfolg haben wird, steht noch in den Sternen. Bislang wird das Referendum von keiner einzigen Partei unterstützt. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

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