Die Schweizer Armee hat eine geplante Spritztour mit vier Panzern für Primarschüler im Kanton Zürich kurzfristig gestoppt. Bei dem Besuch in Hombrechtikon wollte sich die Armee der Öffentlichkeit präsentieren - inklusive Panzern, Maschinengewehren und Panzerfaust.

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Auf dem Programm für die fünfte Klasse des Primarschulhauses Neues Dörfli in Hombrechtikon ZH stand am Donnerstag ein besonderer Ausflug an: Die "Mechanisierte Brigade Stabsbataillon 11" wollte mit Panzerfaust und Maschinengewehr vorbeikommen und die Schüler auf eine Rundfahrt in vier M113-Panzern mitnehmen. Doch wie "20 Minuten" berichtet, wurde die von langer Hand geplante Stippvisite von Verantwortlichen kurzfristig abgesagt.

Velohelme, um den Kopf im Panzer zu schützen

Am Morgen hätten die Panzer nach etwa eineinhalbstündiger Anfahrt eintreffen sollen. Den Kindern sollten die Waffen und das Material präsentiert werden. Danach wollte die Armee sie in den Panzern auf eine Rundfahrt mitnehmen.

Damit sich die Schüler den Kopf im Panzer nicht anschlagen, wurden sie sogar gebeten, einen Velohelm mitzunehmen. Der geplante Ausflug des mechanisierten Brigade-Stabsbataillons 11 aus Chur an die Gemeinde am Zürichsee ging dem Bericht zufolge auf eine Initiative aus der Elternschaft zurück. Organisiert hatte diesen Ausflug der Vater einer Schülerin, ein Major im Generalstab.

Emission und Ausbildungsprioritäten als Absagegrund

Als Gründe für die Absage nannte der Armeesprecher Stefan Hofer "20 Minuten" gegenüber unter anderem unnötige Emissionen, eine mögliche Beschädigung des Strassenbelags und Lärmverursachung. Der Kommandant soll erst am Vortag bei der täglichen Lagebeurteilung entschieden haben, auf den Ausflug zu verzichten.

Auch Ausbildungsgründe hätten in die Entscheidung hinein gespielt: Der Major habe die Notwendigkeit, seine Soldaten auf einen besseren Ausbildungsstand zu bringen, höher eingestuft als die "ebenfalls wünschenswerte Präsentation der Armee in der Öffentlichkeit".

"Für die Kinder tut es mir Leid"

Der Präsident der Primarschule begründet die überraschende Absage der Nachrichtenseite gegenüber anders: Ein "Maschinenausfall" sei der Grund. Für die Kinder tue es ihm sehr leid. "Die geplante Rundfahrt im Panzer wäre für sie sicher spannend und lehrreich gewesen." (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

Russische Kriegsspiele

Einmal im Jahr finden in Russland die "International Army Games" statt. Zwischen dem 3. und 17. August treten Nationen wie Russland, China, Indien, Iran, Venezuela aber vor allem Ex-Sowjetrepubliken in militärischen Übungen gegeneinander an. NATO-Staaten beteiligen sich nicht an den Spielen.