Mobbing an einer Primarschule in Zürich? Obwohl bei der Schulleitung mehrere Beschwerden und Hilfegesuche seitens der Eltern eingegangen sein sollen, sieht sich die Schule offenbar nicht zum Handeln verpflichtet.

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Bereits Anfang Oktober hatte ein Vater seine Sorgen gegenüber "20min.ch" öffentlich gemacht. Sein sechsjähriger Sohn soll an einer Zürcher Primarschule gemobbt sowie handgreiflich angegangen worden sein. Mitschüler hätten dem Jungen sogar auf seine Turnbekleidung uriniert.

Die Schulleitung will von den drohenden "psychischen Schäden" und "körperlich schweren Verletzungen" aber scheinbar nichts wissen. Wie es in einem neuen Bericht heisst, würden die Fehler bei dem Sechsjährigen selbst oder in dessen Erziehung gesucht werden. Der Junge habe mittlerweile die Schule gewechselt.

Mobbing ist kein Einzelfall

Die Mutter eines achtjährigen Kindes, das offenbar dieselbe Primarschule in Zürich besucht, spricht ebenfalls von Mobbing. Über das Verhalten der Schulleitung sagt sie: "Es wird praktisch nichts unternommen."

Auch sie habe die Erfahrung machen müssen, dass die Schule versucht habe, "die Schuld dem Opfer in die Schuhe zu schieben". Konsequenzen für die Mobbenden habe es keine gegeben. Die Eltern sahen sich zum Handeln gezwungen.

Die Schule ist ein hartes Pflaster. Wer nicht mitspielt oder die Regeln nicht kennt, wird schnell gemobbt – mit schweren Folgen. Jeder sechste Schüler, bestätigt eine neue PISA-Sonderauswertung, wird schikaniert. Im Internet nimmt der persönliche „shitstorm“ Fahrt auf. Wie können Eltern ihr Kind in dieser schwierigen Situation unterstützen? Worauf achten?

Mittlerweile soll das Schweizerische Institut für Gewaltprävention eingeschaltet worden sein. Dieses habe der Schule angeboten, professionell mit den betroffenen Klassen zusammenzuarbeiten – ohne Erwiderung. Laut Mutter des achtjährigen Kindes hat die Primarschule das Angebot "ganz klar abgelehnt".

Gabriela Rothenfluh, die Präsidentin der Kreisschulpflege Waidberg, behauptet Gegenteiliges. "Die Schule nahm das Angebot an", sagt sie "20min.ch". Es sei durchaus ein Interventions-Nachmittag geplant gewesen. Allerdings habe "die zuständige Person zusammen mit der Schule keinen geeigneten Raum gefunden".

Kann das wirklich sein? Thomas Richter, der Geschäftsleiter des Schweizerischen Instituts für Gewaltprävention, meint: Die Mobbing-Intervention, die an der Zürcher Primarschule hätte stattfinden sollen, sei in den üblichen Klassenzimmern durchführbar gewesen. (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN

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