Sie sind hip und riechen deutlich besser als die "normalen": E-Zigaretten. Allerdings kann der Konsum ein gefährliches Nachspiel haben. Jetzt kam ans Licht, dass in der Schweiz ein zweiter E-Raucher von einer Vergiftung betroffen war.

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Atemprobleme und Brustschmerzen. Das können die ersten Symptome einer E-Zigaretten-Vergiftung sein. Wie die Tageszeitung "Blick" berichtet, sei auch ein zweiter Schweizer davon betroffen gewesen und hätte im Spital in Schaffhausen gelegen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wisse aber nichts davon.

Zweiter bekannter Fall von E-Zigaretten-Vergiftung

Wie "Blick" erfahren hat, war bereits 2018 der Schweizer aufgrund einer Vergiftung nach E-Zigaretten-Konsums im Spital behandelt worden. Er hat sich mittlerweile erholt. Zuvor war nur der Fall einer 44-jährigen Raucherin bekannt gewesen.

In beiden Fällen bezeichneten die behandelnden Ärzte die Fälle als "klar". Beide hätten schwere Lungenprobleme gehabt, was auf das Rauchen von E-Zigaretten zurückgeführt werden kann.

In den USA sind bereits 47 Menschen an den Folgen gestorben. Über 2.200 Menschen sind erkrankt und mussten sich behandeln lassen.

Kehren die Ämter Fakten unter den Tisch?

Eine Anfrage von "Blick" beim BAG ergab, dass sich das Amt unwissend gibt. Der Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten, Daniel Koch, räumte ein: "Bisher haben wir hierzulande keine Kenntnis von Vergiftungen. Es kann sein, dass Einzelfälle auch in der Schweiz vorkommen."

Und auch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) informiert auf seiner Internetseite nicht über die zwei bekannten Fälle: "Das BLV beobachtet die Entwicklungen in den USA und hat die dortigen Behörden kontaktiert. Zurzeit ist noch zu wenig über die tatsächlichen Ursachen der Krankheits- und Todesfälle bekannt. Informationen über ähnliche Krankheits- oder Todesfälle in der Schweiz oder in der EU liegen derzeit keine vor."

Die Unwissenheit der zuständigen Ämter könnte vor allem daran liegen, dass Fälle von E-Zigaretten-Vergiftungen lediglich regional gesammelt werden. Denn: Eine Meldepflicht gibt es momentan nicht.

Forderungen nach Meldepflicht werden laut

Einige Ärzte, darunter der Präsident des Verbands für Lungenärzte Laurent Nicaud, fordern nun eine Meldepflicht. Nicaud möchte eines zentralen Register einführen, in dem Ärzte Verdachtsfälle melden können. Aktuell seien die Informationswege zu lang, kompliziert und undurchsichtig, findet Nicaud. (sob)  © 1&1 Mail & Media / SN