Zwischen Kreuzlingen und Konstanz gibt es seit Mitte März einen Grenzzaun. Nun wurde ein weiterer Zaun im Abstand von zwei Metern errichtet. Zu viele Menschen hatten sich nicht an die geltenden Corona-Massnahmen wie den Mindestabstand gehalten.

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Viele Menschen von Familien, Freunden bis hin zu Liebespaaren trafen sich bis zuletzt am Grenzzaun zwischen Kreuzlingen und Konstanz, um gemeinsam Kaffee zu trinken, sich zu umarmen, Händchen zu halten oder sich zu küssen.

Das ist nun Geschichte: Ein zweiter Zaun sorgt seit Freitag für den geforderten Mindestabstand, um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden.

Mindestabstand soll eingehalten werden

Es habe "herzzerreissende Szenen" gegeben, wie Simon Hofmann, Stabschef des regionalen Führungsstabs Kreuzlingen, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erzählte. Auf der Kreuzlinger Seite wurde am Freitag im Abstand von zwei Metern ein weiterer Zaun errichtet.

Damit soll gesichert sein, dass der Mindestabstand zwischen einzelnen Personen in der Coronakrise auch eingehalten wird, wie aus einer Medienmitteilung der Stadt Kreuzlingen hervorgeht.

Der Führungsstab traf diese Entscheidung in Absprache mit der Stadt, der Kantonspolizei und der Grenzwache. Zu viele Menschen hatten sich am Zaun getroffen. Auch der Bahnübergang Freiestrasse ist ab sofort gesperrt. "Wir tun dies nicht gerne", betonte Hofmann gegenüber Keystone-SDA.

Treffen auch weiterhin möglich, aber mit nötigem Abstand

Auch Caroline Leuch, Leiterin Kommunikation bei der Stadt Kreuzlingen, sagte, dass es den Behörden nicht darum gehe, die Menschen zu schikanieren. Diese dürften sich auch weiterhin an der Grenze treffen – aber mit dem geforderten Abstand.

Bisher hatten sich die Menschen dort zu wenig an die geltenden Corona-Massnahmen gehalten, weder an den Mindestabstand von zwei Metern noch an das Versammlungsverbot von mehr als fünf Personen.

Ausgangssperre an Ostern soll vermieden werden

Durch die Massnahme soll auch schon für das kommende Osterwochenende vorgesorgt werden. "Wir wollen mit dem Zaun und mit verstärkter Präsenz an öffentlichen Plätzen eine Ausgangssperre an Ostern verhindern", erklärte Stadtpräsident Thomas Niederberger in der Medienmitteilung der Stadt Kreuzlingen.

Der erste Zaun wurde bereits Mitte März von der Deutschen Bundespolizei aufgestellt, als die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland geschlossen wurde. Der Grenzabschnitt ist rund 350 Meter lang und reicht vom alten Zoll Kleinvenedig bis zum Bodensee. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN