30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs - Eine Chronologie

Vor 30 Jahren fiel der Eiserne Vorhang und markierte das Ende des Ostblocks und der Sowjetunion. Von den ersten Ereignissen über die Flucht in die BRD-Botschaften in Prag und Warschau bis hin zum Mauerfall - eine Chronologie der Ereignisse.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann die Abschottung der Ostblockstaaten unter Führung der Sowjetunion. Der sogenannte Eiserne Vorhang bezeichnete einerseits die physische Grenze, wie hier zwischen der Tschechoslowakei und der BRD. Gleichzeitig stand er auch für den ideologischen Konflikt zwischen dem kommunistischen Ostblock und dem kapitalistischen Westen.
An der innerdeutschen Grenze nahm der Eiserne Vorhang mit dem Mauerbau ab 1961 physische Form an. Um die steigenden Zahlen an "republikflüchtigen" DDR-Bürgern zu bekämpfen, beschloss die DDR den Bau einer befestigten Grenze zu Westdeutschland und Westberlin. Die Mauer sollte fast dreissig Jahre lang Deutschland teilen.
Die Mauer und der Grenzzaun zwischen DDR und BRD wurden von den Grenztruppen der DDR mit Waffengewalt bewacht. An der 1.378 Kilometer langen innerdeutschen Grenze starben insgesamt 327 Menschen.
Die Grenze wurde mit Minen, elektrisch geladenen Zäunen und zum Teil auch Selbstschussanlagen gesichert. Diese Hinweistafel der bayerischen Grenzpolizei an der Staatsgrenze zur Deutschen Demokratischen Republik sollte vor Überschreitung der Grenze warnen.
Einen grossen Anteil am Fall des Eisernen Vorhangs hatte Michail Gorbatschow, damals Generalsekretär der kommunistischen Partei der UdSSR und Präsident der Sowjetunion. Mit seinen Konzepten Perestroika (Umstrukturierung) und Glasnost (Transparenz) wollte er die Sowjetunion reformieren. Er distanzierte sich zudem von der Breschnew-Doktrin, wodurch er den Ostblockstaaten weitgehende Souveränität einräumte.
Damit ebnete Gorbatschow den Weg für die zahlreichen Umstürze und Reformen in den osteuropäischen Ländern. Vor allem in Ungarn setzte der Reformprozess zügig ein. Im Frühjahr 1989 trat die sozialistische Arbeiterpartei Ungarns von ihrem Regierungsanspruch zurück und machte den Weg für einen Wandel frei. Am 2. Mai 1989 begannen dann Soldaten am wichtigsten Grenzübergang in Richtung Wien den Drahtzaun und das Meldesystem abzubauen.
Die Bilder vom Abbau der Grenze erreichten noch am selben Abend viele DDR-Bürger mit Westfernsehen. In Ost-Berlin machte sich Unruhe bereit.
Die DDR-Regierung, die die Ereignisse an der Grenze zunächst unterschätzt hatte, schickte den Verteidigungsminister nach Budapest, um die Genossen zur Rede zu stellen. Er wurde zunächst damit beschwichtigt, dass die Grenze weiterhin bewacht bleibe.
Dennoch markierte die Entfernung des Grenzzauns ab dem 2. Mai 1989 den Anfang vom Fall des Eisernen Vorhangs. Die "offizielle" Öffnung des Eisernen Vorhangs sollte allerdings erst im Juni stattfinden.
Am 27. Juni 1989 folgte schliesslich die symbolische Grenzöffnung. Vor versammelter Presse zerschnitten der österreichische Aussenminister Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn mit Bolzenschneidern den Grenzzaun zwischen Österreich und Ungarn. Da Ungarn bereits im Mai mit dem Abbau des Grenzzaunes begonnen hatte, gestaltete es sich schwierig ein noch intaktes Zaunstück zu finden.
Historiker sind sich noch immer uneinig, ob für den Fototermin ein neues Zaunstück aufgebaut wurde oder ob es sich um ein Verbliebenes handelte. So oder so hatten die Bilder eine unheimliche Symbolkraft. In der Folge versuchten viele DDR-Bürger vergeblich über Ungarn nach Österreich zu fliehen. Die Grenze wurde weiter streng bewacht. Bis zu den grossen Fluchtwellen im Sommer sollten noch Wochen vergehen.