Die Hackerorganisation "Anonymous" holt mit seinem "Tag des Zorns" zum nächsten digitalen Schlag gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aus.

Der Freitag, 11. Dezember 2015, wurde von Anonymous zum "Tag des Zorns" ausgerufen.

Die Hacker fordern weltweit Menschen dazu auf, sich in sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Instagram oder YouTube gegen den Terror des IS zu positionieren.

Für den sogenannten "Islamischen Staat" ist der Begriff ein Rotes Tuch.

Die Vorgehensweise ist für Anonymous dabei eher unüblich, schliesslich fordert die Organisation als Wahl der Waffe gegen den "Islamischen Staat" das sogenannte "Trollen", das sie eigentlich selbst verachtet.

Pöbeln gegen den Terror

Unter diesem mittlerweile negativ behafteten Begriff versteht man das Pöbeln in Kommentaren, Foren und auf anderen Kommunikationsplattformen im Internet.

Das Niveau dieser Meinungsäusserungen tendiert dabei nicht selten gegen null.

Anonymous will diese berüchtigte Internet-Wut nun für seine weltweite Troll-Kampagne gegen Sympathisanten und Unterstützer der Miliz "Islamischer Staat" einsetzen – eine Art Shitstorm gegen Salafisten und Terroristen am "Tag des Zorns".

"Wir fordern Dich auf, Deine Unterstützung und Hilfe gegen ISIS zu zeigen", erklärt Anonymous und wünscht sich neben üblichen Beleidigungen auch kreative Fotos und Videos, die sich über den IS lustig machen oder die Terrororganisation demütigen.

Hacker wollen IS im Netz schaden - bislang allerdings mit wenig Erfolg.

Für Irritationen und Ablehnung sorgt der beiläufige Aufruf, Bilder getöteter IS-Kämpfer ins Netz zu stellen.

"Daesh"-Trollerei gegen "Islamischer Staat"

Für seinen "Tag des Zorns" gegen den IS hat Anonymous nur eine simple Vorgabe: Die beleidigende Trollerei soll mit einem Verweis auf die Bezeichnung "Daesh" für die Terrormiliz verknüpft werden, ein Begriff, der vom "Islamischen Staat" explizit abgelehnt wird.

Daesh wird "Da-esch" ausgesprochen und steht im arabischen Sprachraum für " Al-Daula al-Islamija fil-Irak wal-Scham": Der Islamische Staat im Irak und der Levante.

Damit weist "Daesh" nicht nur den territorialen Grossmachtanspruch des IS in seine regionalen Schranken.

Der Begriff ist darüber hinaus im arabischen Raum als Schimpfwort belegt, da er dem Wort "Daeshi" ähnelt – scheinheilige und zwieträchtige Glaubenseiferer.

Anonymous fordert die weltweite Internetgemeinde für den "Tag des Zorns" am 11. Dezember dazu auf, Hashtags wie #Daesh oder auch das englische Wortspiel #Daeshbags (Müllbeutel) für die Netzattacken auf den "Islamischen Staat" zu verwenden.